Das Mixed-Viertelfinale von Wimbledon zwischen Laura Siegemund und Jelena Ostapenko endete mit jeder Menge Zündstoff. Nach dem Aus der Deutschen kam es auf dem Centre Court zu einer hitzigen Auseinandersetzung, bei der sich beide Spielerinnen heftige Vorwürfe machten.
Gemeinsam mit dem Franzosen Edouard Roger-Vasselin musste sich Siegemund dem Duo Jelena Ostapenko und Marcelo Arévalo aus El Salvador mit 4:6, 6:7 (7:9) geschlagen geben. Für die größte Aufregung sorgte allerdings nicht das Ergebnis, sondern eine umstrittene Szene im Tiebreak des zweiten Satzes.
Beim Stand von 7:7 erhielt Siegemund wegen Zeitüberschreitung ihre zweite Verwarnung. Die Konsequenz: Die Deutsche durfte nur noch mit einem Aufschlag antreten – und produzierte ausgerechnet in diesem entscheidenden Moment einen Doppelfehler.
Unmittelbar danach machte Siegemund ihrem Ärger Luft. Gegenüber der Schiedsrichterin beklagte sie sich, Ostapenko werfe den Ball vor dem Aufschlag "18 Mal" hoch, ohne dafür bestraft zu werden. "Das ist unglaublich", schimpfte die Deutsche.
Nach dem folgenden Ballwechsel war das Match entschieden. Am Netz verzichtete Siegemund darauf, ihrer Gegnerin wie üblich die Hand zu geben.
Doch damit war der Streit noch nicht beendet. Gemeinsam mit ihrem Mixed-Partner Roger-Vasselin diskutierte sie weiter mit der Schiedsrichterin und kritisierte, Ostapenko habe selbst immer wieder viel Zeit zwischen den Punkten benötigt. Gerade in einer solch entscheidenden Phase sei "ein bisschen Fingerspitzengefühl" gefragt gewesen.
Ostapenko reagierte wenig verständnisvoll. "Lern, zu verlieren", entgegnete die Lettin ihrer Kontrahentin und stellte sich demonstrativ hinter die Schiedsrichterin. Diese habe "einen guten Job gemacht", betonte die French-Open-Siegerin von 2017.
Auch nach dem Match setzte sich das Wortgefecht fort. Roger-Vasselin verteidigte seine Partnerin, während Ostapenko konterte, endlich traue sich einmal jemand, gegen Siegemunds langes Zeitlassen zwischen den Aufschlägen vorzugehen. Der Franzose hielt dagegen, dass mögliche Verzögerungen aus dem Einzel nichts mit dem Mixed-Wettbewerb zu tun hätten.