An den Zapfsäulen zahlen Autofahrer seit Wochen den Preis für den Iran-Krieg. Doch schon bald könnte es noch schlimmer werden: Die letzten Tanker mit Öl-Lieferungen aus der Zeit vor Ausbruch des Konflikts erreichen nun ihre Ziele.
Asiatische Raffinerien reduzieren bereits ihren Betrieb, weil sie nicht genug Rohöl bekommen. "Der Westen wird in einem Monat davon betroffen sein", warnt Analyst Nic Dyer von Energy Aspects laut "Financial Times".
Wie n-tv.de unter Berufung auf die Financial Times berichtet, wurden vor dem Krieg knapp 20 Prozent des globalen Öl- und Flüssiggasbedarfs über die Straße von Hormus verschifft. Der Konflikt begann am 28. Februar - die meisten Vorkriegslieferungen erreichten ihr Ziel erst Anfang April.
Für sofort verfügbare Ladungen zahlen Raffinerien mittlerweile 149 US-Dollar pro Barrel. So teuer war Öl zuletzt vor der Finanzkrise 2008.
IEA-Chef Fatih Birol warnt eindringlich: "Kein Land ist gegen dieses Problem immun. Je länger die Unterbrechung anhält, desto gravierender wird das Problem."
Totalenergies-Chef Patrick Pouyanné zeichnet ein düsteres Bild: "Wenn dieser Krieg und diese Blockade länger als drei Monate andauern, werden wir bei einigen Produkten wie Kerosin mit ernsthaften Versorgungsproblemen konfrontiert sein." Dann müssten Flüge gestrichen sowie Diesel und LNG rationiert werden.
Auch die AUA-Mutter Lufthansa hat bereits Notfallpläne ausgearbeitet. In einem ersten Schritt könnten 20 Flugzeuge am Boden bleiben.