Robert Lewandowski äußert ungewohnte Kritik an seinem Arbeitgeber. Um ganz vorne mitspielen zu können fordert er ein Umdenken in der Transferpolitik.
Robert Lewandowski redet Klartext! Der polnische Torjäger ist mit der Transferpolitik seines Arbeitgebers Bayern München alles andere als zufrieden und sorgt sich um die sportliche Zukunft. "Bayern muss sich etwas einfallen lassen und kreativ sein, wenn der Verein weiter Weltklassespieler nach München lotsen will", meint er im Magazin "Der Spiegel". "Wenn man ganz vorne mitspielen will, braucht man die Qualität dieser Spieler. Auch, weil solche Stars ihre Mitspieler besser machen."
Zu wenige Hochkaräter?
Lewandowski sorgt sich vor allem um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Münchner. Zwar wurde Bayern fünf Mal in Serie Meister in Deutschland, doch der letzte Champions-League-Triumph gelang 2013. "Lewa" glaubt: "Die deutsche Bundesliga kann nur über internationale Erfolge und den Ankauf von Topspielern erfolgreich bleiben." Doch gerade mit den Wahnsinns-Ablösesummen der vergangenen Transferperiode haben die Bayern ein Problem. Während zum Beispiel Paris für Neymar 222 Millionen Euro und für Kylia Mbappe 180 Millionen Euro ausgibt, steht Bayern-Boss Uli Hoeneß auf der Geld-Bremse. "Bis heute haben wir nie mehr als rund 40 Millionen an Ablösesummen für einen Spieler bezahlt", weiß Lewandowski. "Im internationalen Fußball ist das schon längst eine Summe, die eher Durchschnitt als Spitzenwert ist."
Kein Tournee-Fan
Dafür setzen die Bayern auf die Karte "Auslands-Reisen". Im Sommer unternahm der Klub von David Alaba eine anstrengende Asien-Tournee, die sportliche Wertigkeit der Aktion wurde danach oft angezweifelt. Auch von Lewandowski. "Ich bin gegenüber Auslandsreisen skeptisch. Nicht nur, weil die Belastung in dieser wichtigen Trainingsphase so hoch ist, sondern weil ich nicht wirklich überzeugt davon bin, dass sie für die Vermarktung einen großen Nutzen haben."
Baldiges Alaba-Comeback?
Sportlich lief es für die Bayern zuletzt auch zu Hause nicht so gut. Im Gastspiel bei Bundesliga-Rivale Hoffenheim gab es eine 0:2-Niederlage. Coach Carlo Ancelotti hofft nun auf ein rasches Comeback von David Alaba, der an einer Verletzung des Sprunggelenks laboriert. "Wir hoffen, dass er nächste Woche spielen kann", meint der Trainer. Da steht am Dienstag der Champions-League-Auftakt gegen Anderlecht auf dem Programm, am Samstag steigt das Liga-Heimspiel gegen Mainz. "David beginnt nächste Woche individuell zu trainieren", berichtet Ancelotti. "Er wird jeden Tag sehen. Es wird schwierig für Dienstag, aber wir denken, dass er gegen Mainz spielen kann." (gr)