Der Liebesbrief eines Maturanten aus Oberbayern ist von einer Nachbarin seiner Angebeteten für eine Briefbombe gehalten und zur Polizei gebracht worden.
Der 20-jährige Michael aus Bayerisch Gmain im Berchtesgadener Land hatte für den Brief an seine Freundin Pia in München ein besonderes Pergamentpapier inklusive Kuvert und eigenem Siegel ausgesucht. Er habe dieses aber nicht durch Briefmarken und Stempel verunstalten wollen.
"Also suchte ich bei Google eine Nachbarin von Pia mit deutsch klingendem Namen und schickte ihr den Brief in einem zweiten Kuvert und der Bitte, sie möge den Pergament-Brief doch bitte bei Pia in den Briefkasten werfen", sagte Michael am Dienstag.
Sinn nicht erkannt
Die Nachbarin konnte den Sinn der Aktion in der vergangenen Woche jedoch nicht erkennen. "Die Nachbarin hat offenbar Panik bekommen und ist mit dem Brief zur Polizei gegangen", berichtete Pia. Dorthin musste dann auch ihre Mutter, um den Brief zu erklären. "Meine Mutter erzählte mir dann am Abend, dass die Polizei eine Briefbombe vermutet hat und dem Beamten die Angst wohl ins Gesicht geschrieben war."
Der Mutter gelang es, die Gemüter zu beruhigen. Bei der Polizeiinspektion in Milbertshofen ist der Vorfall nicht dokumentiert - das heißt, vom zuständigen Beamten als Bagatelle eingestuft worden.
Ärger von der Freundin
Ärger bekam Michael dennoch - von seiner Freundin. "Es war ja lieb gemeint, aber ich habe ihn echt gebeten, solche Späße einfach sein zu lassen." Michael hat sich bei Pias Mutter entschuldigt. "Der Nachbarin wollte ich erst auch eine Entschuldigung schicken und vielleicht Pralinen dazu, aber wer weiß, was dann wieder passiert wäre."