Lieferengpass! Diese Produkte werden jetzt immer teurer

Besucher eines Baumarktes am Dienstag, 20. April 2021, in Eisenstadt.
Besucher eines Baumarktes am Dienstag, 20. April 2021, in Eisenstadt.ROBERT JAEGER / APA / picturedesk.com
Österreichs Handel kämpft mit Lieferengpässen. Wegen Corona kommt es für viele Kunden zu langen Wartezeiten, manche Produkte sind sogar vergriffen.

Seit über einem Jahr bestimmen die Corona-Pandemie und immer wieder verhängte Lockdowns unser aller Leben. Viele Freizeitaktivitäten sind etwa durch die Schließung von Sportanalagen und Fitnesscenter weggefallen. Trotzdem wird fleißig trainiert, um noch vor dem Sommer den Winterspeck abzubauen – nur eben daheim.

Ausverkauft

Wie die Händler des Landes feststellen, stehen Sportgeräte aktuell bei den Österreichern hoch im Kurs. Hanteln sind so gut wie ausverkauft, bei Fahrrädern wird es im Sommer so weit sein, schildert Christian Klinger von Intersport Winninger gegenüber dem ORF. Auch einige Ergometer-Modelle sind derzeit nicht zu bekommen.

Das schlägt sich auch bei den Preisen nieder. E-Bikes etwa sind um "drei bis vier Prozent" teurer geworden, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Generell müssten Konsumenten hier "sicher noch die nächsten Wochen in manchen Produkten mit Lieferengpässen rechnen". 

Auch Baumärkte erhöhen Preise

Aber nicht nur bei den Sportgeräten wird das Angebot knapp und die Ware teurer. "Ob Holz, Kunststoffe oder Kupfer und andere Industriemetalle – die Rohstoffpreise steigen seit Monaten", heißt es seitens der Baumarkt-Kette Hornbach gegenüber dem ORF Wien. Begründet wird das mit einer deutlich erhöhten Nachfrage, Produktionsausfällen und Lieferproblemen.

"Saunen, Gartenhäuser, Griller, Whirlpools und Pools allgemein und bei Bauholz gibt es eine Verknappung", wird der Marktleiter von Hornbach Stadlau, Jörg Bierlein, zitiert:

"In einigen Produkt- und Warenbereichen mussten wir unsere Verkaufspreise daher anheben. Wir passen die Preise den Marktgegebenheiten an."

Baustoffe besonders betroffen

Konkurrent Lagerhaus erklärt die damit einhergehenden Teuerungen so: "Der gesamte Baustofffachhandel ist derzeit in mehreren Baustoffgruppen von Lieferengpässen und in Folge von Preiserhöhungen seitens der Vorlieferanten betroffen. Dies betrifft beispielsweise Dämmstoffe, Kunststoffprodukte, Bewehrung oder Bauholz. Die Lieferzeiten der Vorlieferanten hat sich in diesen Bereichen in vielen Fällen auf sechs bis acht Wochen ausgedehnt."

Rekordpreise bei Holz

Holz wird generell auf dem heimischen Markt bereits knapp. Zwischen Dezember 2020 und März sind die Preise für Schnittholz und Leimbinder in astronomische Höhen geschnellt. Beinahe täglich würden diese nach oben korrigiert, einige Produkte sind heute bereits um 30 Prozent teurer als noch im vergangenen Jahr. Eine "mittlere Katastrophe" nennt der Geschäftsführer eines Holzbauunternehmens in Ludmannsdorf, Franz Gasser, die aktuelle Situation.

"Das ist eine Größenordnung, die nicht mehr vertretbar ist. Ich bin seit 45 Jahren im Geschäft und habe viel Erfahrung, aber so eine Preisexplosion kenne ich nicht und das ist auch für niemanden gut, außer für die Inflation, die dadurch steigen wird."

Produkte bleiben teuer

Auch im Handelsverband kennt man die Problematik. "Bei Pools und Saunaeinrichtung sprechen wir von vier bis fünf Prozent […] Bei Baustoffen hängt es vom Material ab, aber im Kunststoff- und Metallbereich sind es durchaus zwei bis drei Prozent, die dazukommen", bestätigt Rainer Will die Preisanstiege. Eng wird es auch bei Haushaltsgeräten. Will rechnet erst im Herbst und Winter mit einer Entspannung – "wenn gegen Covid global mehr Kraut gewachsen ist".

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