Genuss

Barilla-Chef mit Ansage – "Ich könnte es nicht essen!"

Pasta-König Paolo Barilla stattete Wien einen Besuch ab. Er würde mit der Art und Weise, wie hierzulande viele Spaghetti essen, wohl nicht glücklich.

Christine Scharfetter
Paolo Barilla führt mit seinen zwei Brüdern das Familienunternehmen in vierter Generation. <em>"Heute"</em> traf den Pasta-König in Wien zum Interview.
Paolo Barilla führt mit seinen zwei Brüdern das Familienunternehmen in vierter Generation. "Heute" traf den Pasta-König in Wien zum Interview.
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Kaum ein Pasta-Hersteller ist wohl bekannter als das italienische Familienunternehmen Barilla, das mittlerweile in vierter Generation von Paolo Barilla und seinen zwei Brüdern Luca und Guido geführt wird. Zuletzt hagelte es im eigenen Land jedoch harte Kritik aufgrund der steigenden Preise. Darüber wollte der 62-Jährige bei seinem Wien-Besuch anlässlich des 4GameChangers-Festivals nicht mit "Heute" sprechen. Jedoch aber über die Nachhaltigkeit und Standhaftigkeit von Pasta, die Zukunft und was die Österreicherinnen und Österreicher beim Essen von Nudeln noch von den Italienern lernen können.

"Pasta ist ein sehr, sehr einfaches Produkt mit einer langen Geschichte und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Was sich jedoch verändert hat und noch verändern wird, ist, wie sie hergestellt wird", so der Pasta-König. Die neuen Technologien und Innovationen seien auch der Grund, warum Spaghetti, Farfalle und Fusilli immer nachhaltiges Essen und im Vergleich zu anderen Lebensmitteln auch erschwinglich bleiben wird.

"Pasta ist ein sehr, sehr einfaches Produkt mit einer langen Geschichte und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern."

Mittlerweile arbeite man enger mit den Landwirten zusammen und könne so ein noch "besseres, sauberes, gesünderes Produkt" liefern als bisher. 

Für Paolo Barilla steht fest: Pasta wird auch in ferner Zukunft nicht von unserem Speiseplan verschwinden.
Für Paolo Barilla steht fest: Pasta wird auch in ferner Zukunft nicht von unserem Speiseplan verschwinden.
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Weniger ist mehr

Essen sei allerdings nicht nur etwas, das jeder von uns brauche, sondern vermittle zudem auch Freude. "In den vergangenen drei Jahren haben immer mehr Menschen Vergnügen am Essen und dem Kochen gefunden." Das Interesse an Rezepten und der Gastronomie sei enorm gewachsen, ebenso würde die Menschheit immer mehr auf Details achten. "Man nimmt sich Zeit und sieht es als etwas Besonderes." Entsprechend könne man nun der Pasta mehr Zeit zum Kochen geben.

Die Aufgabe der Gastronomie, die als Meinungsbildner am Ende der Kette stehe, sei es währenddessen, die Identität des Produkts zu bewahren und die Zutaten herauszuheben. "Sie sollte den Menschen lernen das Essen zu genießen, sich richtig und gesund zu ernähren." 

Doch darin gibt es ganz offensichtlich noch für viele Länder – und auch für Österreich – Nachholbedarf. Denn während es vielerorts immer noch um die Maße und nicht die Nudel selbst geht, ist und bleibt in Italien die Teigware der Hauptakteur. Für Paolo Barilla ein Gericht, das täglich auf den Teller kommt – in jüngeren Jahren auch zum Frühstück. Für mehr Kilos auf den Hüften sorge dieser Lebensstil, im Gegensatz zur allgemeinen Annahme, nicht. "Hier kommt es auf die Art und Menge der Sauce an. Natürlich hat eine weiße Sauce grundsätzlich schon mehr Kalorien als einfach nur Olivenöl. Außerdem gibt es bei uns in Italien zu einer Portion Pasta eine Portion Sauce, während in den USA viermal so viel Sauce dazugegeben wird."

Die Entwicklungen der vergangenen Jahre machen es möglich: Pasta mit einer Kochzeit von 14 Minuten.
Die Entwicklungen der vergangenen Jahre machen es möglich: Pasta mit einer Kochzeit von 14 Minuten.
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Warum Barilla Spaghetti nicht schneidet

Er selbst esse am liebsten Spaghetti und das auf die einfachste Art und Weise: "Nur mit Olivenöl oder Parmesan und manchmal auch mit traditionellem Pesto."

Eine Stelle, an der sich die Frage aller Fragen geradezu aufdrängte: Dürfen Spaghetti geschnitten werden? "Was?", so die erste Reaktion von Paolo Barilla. Er wollte die Frage gar nicht erst gehört haben und nichts dazu sagen. Doch dann konnte er es sich doch nicht verkneifen: "Ich könnte geschnittene Spaghetti nicht essen, weil ich nicht wüsste wie."

Paolo Barilla, der für das 4GameChangers Festival nach Wien kam, im Gespräch mit der <em>"Heute"</em>-Redakteurin und Life-Ressortleiterin Christine Scharfetter.
Paolo Barilla, der für das 4GameChangers Festival nach Wien kam, im Gespräch mit der "Heute"-Redakteurin und Life-Ressortleiterin Christine Scharfetter.
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Übrigens, auch ein Löffel kommt bei den wohl traditionellsten Nudeln aus Italien nicht zum Einsatz. Lediglich eine Gabel benötigen die Italiener.