Chancenlos - mit diesem einen Wort lässt sich Austria Wiens Auftritt bei Atletico Madrid (0:4) zusammenfassen. Einzig Heinz Lindner sorgte dafür, dass der österreichische Meister mit nur vier Toren davonkam. Die Leistung des Veilchen-Goalies blieb auch in Spanien nicht unbemerkt.
zusammenfassen. Einzig Heinz Lindner sorgte dafür, dass der österreichische Meister mit nur vier Toren davonkam. Die Leistung des Veilchen-Goalies blieb auch in Spanien nicht unbemerkt.
"Ohne seinen zahlreichen Paraden wäre die Austria wohl mit drei oder vier weiteren Gegentoren untergegangen", schrieb die "Mundo Deportivo". Und für die spanische "As" ist Lindner ein "Crack". Da darf es wohl nicht wundern, wenn der Name Lindner bald in Transfergerüchten kursieren wird. Lob für den Austria-Goalie gab es sogar aus England und von FAK-Coach Nenad Bjelica: "Wir können froh sein, dass Heinzi in dieser Form gespielt hat. Er hat in Madrid als einziger auf Topniveau gespielt. Auf ihn können wir uns immer verlassen."
Der Kroate, der wegen einer Sperre auf der Tribüne saß, findet sogar, dass Lindner die Nummer eins Österreichs sei und ist sich sicher, dass ÖFB-Teamchef Marcel Koller dies "in naher Zukunft" so sehen wird. Vor allem das Privatduell mit Superstar Diego Costa blieb in Erinnerung - Lindner brachte den Stürmer mit seinen Paraden zur Weißglut, entschärfte sogar einen Elfer. Auch Costa lobte Lindner für diese Leistung: "Der hat wirklich alle meine Torschüsse gehalten, sogar meinen Elfmeter. Aber ich habe es so lange probiert, bis der Ball endlich drinnen war."
Austrianer spielten Fußball "ohne Ambition"
Der Treffer Costas in der 82. Minute war der Schlusspunkt einer Vorführung Madrids, bei der die Austria mehr als Zuschauer, denn als ernstzunehmender Gegner agierte. "Atletico überrollt die Austria, ohne dem Team aus Österreich auch nur den Hauch einer Chance zu geben", meinte die Zeitung "Marca" und stichelte weiter: "In den vier Gruppenspielen waren sie nicht in der Lage, auch nur ein einziges Tor zu schießen. Sie versuchen, Fußball zu spielen. Aber ohne Ambition kann man in dieser Kategorie nichts verrichten."
In der Tat ist die Austria das einzige von 32 Teams, dem bislang noch kein Treffer gelang. Manch Fußballkommentator kritisierte, dass die Veilchen nicht härter in die Zweikämpfe gingen. Das Problem war eher, dass die Austrianer nicht mal in die Nähe der Gegner kamen - immer hinterherhechelten. Das verdeutlicht auch die Statistik, dass die Wiener nach dem FC Basel bislang am meisten von allen Teams gelaufen sind. Doch wenn nichts Zählbares dabei herauskommt und man zwei Gegentore pro Spiel kassiert, war es einzig verschwendete Kraft.
Abwehr als "Wackelpudding"
Nicht umsonst bezeichnen spanische Medien die Austria-Abwehrreihe als "Wackelpudding", auch wenn sie Lindner in Schutz nimmt: "Ich kann meinen Vorderleuten keinen Vorwurf machen. Atletico ist eine europäische Topmannschaft, die derzeit für Furore sorgt. Wir haben uns mit vollem Einsatz dagegen gewehrt, dass wir noch höher abgeschossen werden." Einzig positiv: Die Austria hat noch alle Chancen, als Gruppenzweiter oder -dritter im Europacup zu überwintern - allerdings müssen die Favoritner dann auch endlich beginnen, ihre seltenen Torchancen zu nutzen.