Sport

Linger-Brüder: "Wir verwandeln Berge in Gold"

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:05

Die Rodel-Brüder Andreas und Wolfgang Linger haben erneut zugeschlagen. Die Tiroler holten auf dem Blackcomb Mountain wie schon vor vier Jahren in Turin den Olympiasieg und rundeten nach Damen-Silber von Nina Reithmayer die für die Rodler wieder erfolgreichen Winterspiele ab.

Nach EM-Gold vor wenigen Wochen haben die Lingers nun auch - zum zweiten Mal - Olympia-Gold eingefahren.

Rodel-Verband-Generalsekretär Christoph Schweiger beschrieb die beiden Gold-Brüder: "Andreas ist ein bisserl der ruhigere, Wolfgang eher lustiger. Es ist schon ganz gut, wenn der Vorder- und Hintermann etwas anders gestrickt sind. In wesentlichen Dingen herrscht aber kompletter Konsens und Einklang, sonst funktioniert der Sport nicht."

Beginn im Einsitzer

Zwar haben beide - wie im Rodelsport üblich - zunächst mit dem Einsitzer begonnen, doch schon im Alter von 14 bzw. 15 Jahren haben sie 1997 in Igls an den Weltmeisterschaften der allgemeinen Klasse im Doppelsitzer teilgenommen. "Sie waren ein ganz junges Doppelsitzerpaar und haben sich spezialisiert", schildert Schweiger den Werdegang der Brüder.

Die Cousins Tobias und Markus Schiegl holten beim selben Bewerb den Weltmeistertitel, die Lingers mussten mit Rang 19 noch kleinere Brötchen backen als ihre Vorbilder. Doch schon 2002/03 schafften sie den ersten von bisher fünf Weltcupsiegen. Mit WM-Gold 2003 sollten sie endgültig in die Fußstapfen der Schiegls treten.

"Olympia für Rodeln sehr wichtig"

Als Andreas und Wolfgang drei Jahre später in Turin auch noch ihren Traum von Olympia-Gold verwirklicht haben, war schon bald der Fokus auf die nächsten Spiele gelegt. "Der Reiz unseres Sports ist groß, da findet man immer neue Ziele. Für uns als kleinere Sportart ist natürlich Olympia sehr wichtig, daher beginnen wir schon im April mit der Vorbereitung auf Olympia 2010", hatte Andreas Linger schon am Tag nach Olympiagold 2006 gemeint.

Doch es macht den Brüdern auch Spaß, am Schlitten zu arbeiten. "Vieles an der Rodel ist 'selfmade', ein totaler Prototyp, und es steckt auch viel Herzblut in so einem Gerät drinnen", meint Andreas.

Keine Selbstvermarkter

Leben können die beiden Absamer aber nicht vom Rodelsport, trotz aller Erfolge. Die Lingers mussten sogar nach ihrem Olympiagold jahrelang nach Sponsoren suchen, wurden erst vor zwei Jahren fündig. "Andi und Wolfgang sind ganz sympathische, nette Burschen, die nicht unbedingt die Gabe haben, sich selbst hundertprozentig vermarkten zu können", so Generalsekretär Schweiger.

Schon zum zweiten Mal setzten sie nun aber bei Olympischen Spielen um, was schon seit vier Jahren auf ihrer Homepage steht: "Wenn Brüder zusammen arbeiten, verwandeln sie Berge in Gold."

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