Bundesliga-Fortsetzung: Konzept fix, Termin offen

Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer.
Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer.Bild: GEPA-pictures.com
In einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die österreichischen Bundesligisten über das weitere Vorgehen beraten. Liga-Vorstand Christian Ebenbauer erklärte die Details des beschlossenen Konzepts.
Österreichs Bundesliga-Klubs haben sich auf einer außerordentlichen Hauptversammlung auf ein Konzept zur Fortsetzung des Liga-Betriebs geeinigt. Jetzt ist das Okay der Politik nötig. "Es waren sehr konstruktive Gespräche. Wir sollten spätestens am 15. Mai mit dem Mannschaftstraining beginnen, um die Saison dann mit rund drei Wochen Vorbereitung zeitgerecht wieder aufnehmen zu können", erklärt Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer.

Die offene Frage ist und bleibt: Was passiert, wenn ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wird? Dazu wird laut Ebenbauer eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die bald Ergebnisse liefern soll. Auch die Frage, wann das volle Mannschaftstraining wieder beginnen kann, ist noch nicht restlos geklärt.

Ebenbauer informiert über den aktuellen Stand nach Gesprächen mit dem Sportministerium und dem Gesundheitsministerium: "Allen Seiten ist die Dringlichkeit bewusst, wir müssen bald mit dem Mannschaftstraining beginnen. Wir starten morgen mit einer Arbeitsgruppe, um Lösungen in der nächsten Woche zu finden."

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Ich bin zuversichtlich, dass wir spätestens nächstes Wochenende ins volle Mannschaftstraining einsteigen werden können. Die Liga kann Ende Mai, Anfang Juni frühestens fortgesetzt werden. Das volle Mannschaftstraining muss vorher zwei bis drei Wochen dauern."

Einige Details wurden allerdings bereits fixiert. "Der Antrag auf Aufstockung der Bundesliga ist vom Tisch, wurde mehrheitlich abgelehnt", erklärt Ebenbauer. "Die Klubs werden leichter eine Lizenz erhalten. Das Lizenzverfahren wird nach hinten gerückt."

Was soll passieren, wenn ein Spieler positiv getestet wird? "Ein Meisterschaftsbetrieb ist nicht möglich, wenn ein ganzer Kader in Quarantäne muss und eine ganze Mannschaft ausfällt", ist Ebenbauer überzeugt. "Wir müssen innerhalb der nächsten Woche eine Entscheidung treffen, eine gemeinsame Lösungen finden. Morgen gibt es die erste Arbeitsgruppen-Sitzung, von denen es mehrere geben wird. Spätestens Mitte der nächsten Woche wollen wir die Klubs informieren."

Wie wäre es mit einer "Meisterschaft light", bei der Teams aussteigen können, die den Spielbetrieb nicht aufrecht erhalten können oder wollen? "Es ist kein Thema, die Saison nur mit spielwilligen Klubs zu beenden. Es ist der Sinn einer Meisterschaft, dass gespielt wird und ein Wettbewerb stattfindet", stellt Ebenbauer klar.

Zur Frage, wann die kommende Saison beginnen kann, meint Ebenbauer: "Es wird nicht vor September sein. Man will natürlich Fans im Stadion haben, da ist die Situation heute noch unklar." Werden Spiele mit Fans nur mit einem Impfstoff möglich, wie das jetzt in den Niederlanden festgelegt wurde? "Dazu ist uns nichts bekannt. Geisterspiele sind ein schwerer wirtschaftlicher Schaden für die Klubs, die wollen wir so weit wie möglich vermeiden."

Zur finanziellen Situation der Klubs sagt er: "Es gibt keine Nennungen der Klubs, dass sie in ein Sanierungsverfahren gehen. Wir hoffen aber, dass die finanzielle Unterstützung des Staates auch im Sport ankommt, worauf wir schon lange warten."

Warum sind Deutschland und die Schweiz bei der Frage der Wiederaufnahme des Spielbetriebs schon weiter? "In der Schweiz muss nicht der gesamte Kader in Quarantäne, wenn ein Spieler positiv ist. In Deutschland ist die Quarantäne ebenfalls nicht für die ganze Mannschaft notwendig. Mit Hygiene und Vorsichtsmaßnahmen kann der Spielbetrieb gewährleistet werden."

Soll es einen vierten oder fünften Wechselspieler geben? "Das wurde mit den Klubs noch nicht besprochen, wir halten es aber für eine gute Maßnahme. Man muss Wege finden, dass es am Ende des Spieles nicht zur taktischen Maßnahme wird."

Wird es Geisterspiele im Free-TV geben? "Hier gibt es gute Gespräche mit Sky, aber keine Ergebnisse, weil noch nicht klar ist, ob gespielt wird."

Zum "Fall Kalou" sagt Ebenbauer: "Der Sport hat Vorbildwirkung. Man würde das auch in Österreich das mit aller Härte sanktionieren."





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