Angst vor neuem Lockdown – die Corona-Lage spitzt sich zu

Die Corona-Lage in Österreich ist ernst – und spitzt sich aufgrund der steigenden Zahlen immer weiter zu. Jetzt steigt auch die Lockdown-Gefahr.

Nach dem Erreichen der 300er-Schwelle bei Corona-Patienten auf den Intensivstationen tritt wie im 5-Stufenplan der Bundesregierung vorgesehen die zweite Stufe in Kraft – und zwar mit Montag, dem 8. November! Die dafür notwendige Verordnung wurde noch am Dienstagabend erlassen.

Ungeimpfte Personen dürften ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in die Nachtgastronomie und zu Veranstaltungen. Zudem verlieren auch Selbsttests ebenso wie Antikörpertests ihre Wirksamkeit im 3G-Bereich, "Wohnzimmertests" sind also dann nicht mehr gültig.

Bundesländer verschärfen Maßnahmen

Im Prinzip gibt es beim Umgang mit der Corona-Pandemie dabei einheitliche Regeln in Österreich, in der Praxis können die Bundesländer aber strengere Corona-Maßnahmen verhängen. Lange Zeit hat das aber nur die Bundeshauptstadt Wien gemacht, wie Ö1 am Mittwoch berichtet. Doch jetzt steigen die Zahlen österreichweit stark an.

So wurden etwa am gestrigen Dienstag in nur 24 Stunden fast 5.400 Neuinfektionen registriert. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen schärfen beinahe täglich nun die Bundesländer ihre Maßnahmen nach. Und auch im Gesundheitsministerium denkt man offenbar über weitere (Spiel-)Regeln nach.

Denn laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) wird die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern sowie auf den Intensivstationen in den kommenden Tagen immer weiter steigen. Sollten mehr als 400 Intensiv-Betten mit Patienten belegt sein, würde Stufe 3 des Stufenplans in Kraft treten. Die Frage ist aber wohl nicht, ob eine ICU-Auslastung von 400 Betten erreicht wird, sondern wann!

"Menschen müssen sich Impfung selber abholen"

Die Regierung will die Impfquote im Land jedenfalls unbedingt erhöhen. 5.724.436 Personen haben derzeit (Stand 1. November) ein aktives Impfzertifikat (das entspricht 64,08 Prozent der Gesamtbevölkerung sowie 72,45 Prozent der impfbaren Bevölkerung), 5.905.637 haben zumindest eine Impfung bekommen (66,11 Prozent der Gesamtbevölkerung).

Carmen Breitwieser, Leiterin des CoV-Krisenstabs in Oberösterreich, kann sich die niedrige Impfrate etwa in Oberösterreich nicht erklären. "Wir tun alles Menschenmögliche, um den Bürgern die Möglichkeit der Impfung anzubieten. Die Impfung abholen müssen die Personen aber noch immer selber", so Breitwieser am Dienstag in der ZIB2.

Das Nationale Impfgremium hat sich währenddessen für eine Auffrischung für alle Personen ab 18 Jahren ausgesprochen. Und zwar dann, wenn die letzte Impfung sechs Monate her ist. In den Bundesländern Wien und Vorarlberg kann man sich dafür schon anmelden.

Infektiologe Herwig Kollaritsch, Mitglied im Nationalen Impfgremium, erklärt im Ö1-Morgenjournal: "Es war schon vornherein in den Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums ein Zeitraum für eine Auffrischungsimpfung angegeben, nämlich sechs bis neun Monate."

Corona-Gipfel am Freitag

Es sei nun insofern nachgeschärft worden, "als wir vor allem Risikopatienten – also jenen, die als erste in Österreich geimpft wurden, dringend raten, eben schon nach sechs Monaten diese Impfung wahrzunehmen. Wir wissen aus Israel nämlich, dass dann der Schutz langsam aber sicher zu sinken beginnt", so Kollaritsch im Morgenjournal.

Aufgrund der steigenden Corona-Neuinfektionen und der niedrigen Impfquote spitzt sich die Lage im Land jedenfalls immer weiter zu und die Angst vor einem möglichen Lockdown wächst. Am Freitag setzt sich die Bundesregierung im Kanzleramt mit den Landeshauptleuten zusammen und bespricht die aktuelle Virus-Lage im Land.

Schon am Freitag könnten dabei neue Maßnahmen bekanntgegeben werden. Sollten die Virus-Zahlen nämlich weiter so rasch steigen, sind weitere und vor allem schärfere Corona-Regeln nicht unwahrscheinlich – und zwar für Ungeimpfte als auch für Geimpfte!

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