Vor allem Mesut Özil tat sich für die Deutschen besonders hervor. Er schoss drei Tore - in der 8., 23. und 47. Minute. Die weiteren deutschen Tore kamen von Podolski (28. Minute), Schürrle (84. Minute) und Götze (89. Minute). Die DFB-Elf hatte die Österreicher sprichwörtlich überrollt. Während die Österreicher nun auf ein Wunder hoffen müssen, löst Deutschland endgültig das Ticket für die EM-Endrunde 2012.
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"Nur am Rande interessiert"
Entspannt dürfte DFB-Trainer Joachim Löw die Partie verfolgt haben, allzu entspannt präsentierte er sich nach dem Spiel zum Interview. "Österreich hat uns nur am Rande interessiert", meint er nach seinem 70. Match als Bundestrainer arrogant. Bescheidenheit nach dem Sieg und Respekt vor dem Gegner sieht anders aus. Bereits vor dem Match dürfte Löw nicht mit Gefahr von österreichischer Seite gerechnet haben - Überraschung in der deutschen Startelf gab es keine.
Arnautovic vom Anfang an im Spiel
Marko Arnautovic startete an der Seite von Martin Harnik, fiel aber anfangs nur durch misslungene Tricksereien, dann durch spielerische Ideen auf. Generell wirkten die Österreicher von Anfang an verunsichert, die 3000 mitgereisten österreichischen Fans bekamen von Beginn an Fehlpässe und alleingelassene deutsche Spieler zu sehen. Das Spiel machten die Deutschen, die niederschmetternde Bilanz von nur 20 Prozent Ballbesitz für die Österreicher sprach Bände.
Nach nur acht Minuten wurde Österreich aus den EM-Träumen gerissen. Özil schoss aus 18 Metern das 1:0, nachdem Müller und Podolski schon in den Minuten davor österreichische Strafraumluft schnupperten. Der Schiedsrichter ließ jedoch Klose als Torschützen aufscheinen, obwohl er den Ball aber nicht mehr berührt hatte. Und Özil legte nach, ließ die Abwehr gar nicht gut aussehen: Praktisch unbehindert schob er den Ball zum 2:0 in der 23. Minute ein - Baumgartlinger, Pogatetz, Schiemer und auch Gratzei ließ Özil links liegen.
Österreicher unter Schock
Deutschland hatte Blut geleckt, die Österreicher standen unter Schock. Das nutzte das DFB-Team aus, Podolski knallte das Leder in der 28. Minute ins Tor. Wieder sah die Abwehr und Tormann Gratzei gar nicht gut aus, das kurze Eck ließ der Schlussmann offen stehen. Das 3:0 dürfte die Constantini-Elf aber aufgeweckt haben. Nach zwei guten Möglichkieten war es schließlich Arnautovic, der per Kopf den Vorsprung der Deutschen auf 3:1 verkürzte.
So ging es in die Pause, Constantini sparte sich trotz der bescheidenen Leistung einen Wechsel. Nur zwei Minuten vergingen in der zweiten Halbzeit, da schlug wieder Özil zu: 4:1 in der 47. Minute, wieder auf das kurze Eck, wieder keine Glanzleistung von Gratzei. Deutschland drückte weiter nach vorne, doch Österreich nutzte die nächste Chance mit einem Traumtor, indem Arnautovic mit dem Rücken zum Tor die Abwehr ausspielte und zum 4:2 einschoss.
Gratzei in Bedrängnis
Gratzei kam in den nächsten Minuten immer weiter in Bedrängnis, im Stich gelassen von der eigenen Abwehr. Mit der Einwechslung von Schürrle lag die deutscha Mannschaft dagegen goldrichtig. Nach mehreren brenzligen Situationen, bei denen den Deutschen aber der Abschluss nicht gelang, schoss der "Neue" in der 84. Minute das 5:2 - von der ÖFB-Abwehr wieder keine Spur.
Den finalen Stoß versetzte den Österreichern in der 88. Minute der kurz zuvor eingewechselte Götze. Nach mehreren Kombinationen war die Österreicher-Verteidigung schwindlig gespielt, Götze nutzte die Innenstange zum 6:2.
Constantinis Stimmung ließ sich an seinem Gesichtsausdruck ablesen - die Deutschen hatten den Klassenunterschied vor 53.000 Zusehern im Stadion deutlich unter Beweis gestellt.
Das Ergebnis:
Deutschland - Österreich 6:2 (3:1)
Gelsenkirchen, 53.000 Zuschauer, Schiedsrichter Tagliavento
Deutschland: Neuer - Höwedes (46./Boateng), Badstuber, Hummels, Lahm - Schweinsteiger, Kroos (85./Götze) - Müller, Özil, Podolski (74./Schürrle) - Klose
Österreich: Gratzei - Klein, Schiemer, Pogatetz, Fuchs - Dag, Baumgartlinger, Alaba, Royer (73./Hoffer) - Harnik - Arnautovic