Ludwig will 300 afghanische Frauen nach Wien holen

Entgegen der Linie von Bundeskanzler Sebastian Kurz (rechts) will Bürgermeister Michael Ludwig 300 Bedrohten in Wien Asyl anbieten.
Entgegen der Linie von Bundeskanzler Sebastian Kurz (rechts) will Bürgermeister Michael Ludwig 300 Bedrohten in Wien Asyl anbieten.Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
Entgegen der Linie der Bundesregierung will Bürgermeister Ludwig 300 Bedrohten in Wien Asyl anbieten.

Im Interview mit Puls24 übt der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig heftige Kritik am türkis-grünen Afghanistan-Kurs. Während die Bundesregierung weiterhin an ihrem Standpunkt festhält, keinen Menschen aus Afghanistan humanitäre Hilfe zu gewähren und stattdessen auf Hilfe vor zu Ort setzen, sieht er in dieser Frage akuten Handlungsbedarf.

Nach der Machtübernahme der Taliban: Auch die Rechte von Frauen und Mädchen werden eingeschränkt.
Nach der Machtübernahme der Taliban: Auch die Rechte von Frauen und Mädchen werden eingeschränkt.MARISCAL / AFP / picturedesk.com

Ludwig will Menschen aus Afghanistan, die nach der Machtübernahme der Taliban in Gefahr sind, in der Bundeshauptstadt aufnehmen: "Ich denke zum Beispiel an 300 Richterinnen, die in Afghanistan das erste Mal als Frauen in solche Positionen gekommen sind. Die jetzt im Leben sehr oft bedroht sind, die auf Todeslisten sind. An Journalistinnen beispielsweise oder auch an Frauen die sich dafür eingesetzt haben, dass Mädchen eine entsprechende Schul- und Bildungslaufbahn einschlagen können".

In der Koalition kriselt es

Bundeskanzler Sebastian Kurz hat im Puls24-Sommergespräch eine freiwillige Aufnahme weiterer Flüchtlinge kategorisch abgelehnt. "Das wird es unter meiner Kanzlerschaft auch nicht geben" - mit Folgen. Denn auch vom Koalitionspartner hagelt es Kritik. Vizekanzler Werner Kogler vermutet der APA zufolge politisches Kalkül hinter dem harten Kurs der ÖVP.

Jetzt "aus offenbar taktischen Gründen" einen anderen Weg einzuschlagen, "lässt angesichts der dramatischen Bedrohung gerade von Frauen und Kindern nicht nur die notwendige Menschlichkeit vermissen, sondern schadet auch massiv dem internationalen Ansehen Österreichs und unserer Rolle als verlässlicher Partner in Europa".

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