Zwei 14-jährige Schüler einer Grazer Mittelschule sind nach Amoklauf-Drohungen im Internet vor Gericht gelandet. Die Jugendlichen hatten im vergangenen Oktober über Snapchat und später auch in weiteren Chats entsprechende Nachrichten verschickt.
Die Aussagen der beiden vor Gericht waren eindeutig: Es habe sich um einen "Scherz" gehandelt. Einer der Schüler erklärte sogar, er habe nicht gewusst, dass ein Amoklauf ein ernstes Thema sei. Diese Argumentation stieß bei der Richterin auf deutlichen Widerspruch.
Ausgangspunkt war eine Snapchat-Gruppe mit dem Namen "Bombenleger". Dort schrieb einer der Burschen: "Ich mach ehrlich jetzt Amoklauf". Der zweite antwortete darauf mit "Ich helfe". Eine Mitschülerin alarmierte daraufhin die Schulsozialarbeit, weil sich an der Schule große Verunsicherung ausbreitete.
Die beiden Jugendlichen wurden festgenommen und verbrachten eine kurze Zeit in Untersuchungshaft.
Später tauchten weitere Nachrichten auf, darunter Formulierungen wie "Wann wird jetzt endlich Amoklauf" und "Amoklauf in my class".
Vor Gericht zeigte sich die Richterin wenig überzeugt von der Verteidigung. Es sei unglaubwürdig, dass die Jugendlichen nicht gewusst hätten, wie ernst solche Drohungen genommen werden – zumal es an Schulen entsprechende Aufklärungen gegeben habe, wie die "Kleine Zeitung" erklärt.
Auch die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass solche Nachrichten nicht als harmloser Spaß gewertet werden können, sondern als schwerwiegende Drohung.
Das Urteil fiel schließlich bedingt aus: Drei Monate für den Erstangeklagten, zwei Monate für seinen Mitangeklagten, der die Drohung unterstützt hatte. Damit ist der Fall rechtlich abgeschlossen – die Konsequenzen bleiben dennoch im Strafregister bestehen.
Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Drohungen ein, die in Graz und Umgebung in den vergangenen Monaten immer wieder für Polizeieinsätze und Schulschließungen gesorgt haben.