Einen Tag nach dem Tod eines achtjährigen Mädchens steht Kumberg unter Schock. Die Familie war im Ort bekannt, nahm am Gemeindeleben teil und sei zuvor nie negativ aufgefallen. Umso größer ist nun die Fassungslosigkeit über das, was sich am Montagabend in einem Wohnhaus im Ortszentrum ereignet haben soll.
"Wir sind alle in Schockstarre. Momentan ist die Anteilnahme riesengroß", schildert Vizebürgermeisterin Alexandra Pirker die Stimmung gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Gegen 22.45 Uhr waren die Einsatzkräfte am Montag alarmiert worden. Laut Notruf soll ein 37-Jähriger seine achtjährige Tochter attackiert haben. Mehrere Polizeistreifen rückten daraufhin zu dem Wohnhaus aus.
Dort fanden die Beamten den Vater im Badezimmer. Er hatte mehrere Schnittverletzungen. Nach Einschätzung der Polizei dürfte er versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen.
Zuvor soll der 37-Jährige seiner Tochter mehrere Stich- und Schnittverletzungen zugefügt haben. Als mutmaßliche Tatwaffe wurde ein Küchenmesser sichergestellt.
Ein 37-jähriger Vater - er feierte erst vor ein paar Tagen seinen Geburtstag - soll seine acht Jahre alte Tochter getötet haben. Wir berichten hier aktuell über das Familiendrama:
Das schwer verletzte Mädchen wurde mit dem Notarztwagen in das LKH-Universitätsklinikum Graz gebracht. Dort erlag die Achtjährige wenig später ihren Verletzungen.
Die Staatsanwaltschaft Graz ordnete eine Obduktion an.
Auch der 37-Jährige kam zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus. Seine Verletzungen dürften nicht allzu schwer sein. Danach wurde er in das Polizeianhaltezentrum eingeliefert.
Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat befanden sich auch die Mutter des Mädchens und weitere Familienmitglieder im Gebäude. Sie blieben unverletzt und werden laut Polizei psychologisch betreut.
Was die Angehörigen von den Ereignissen mitbekommen haben, ist derzeit noch unklar. Der Vater und die Mutter sind österreichische Staatsbürger und laut Polizei bisher nicht aufgefallen.
Das Gebäude im Zentrum von Kumberg wurde vor einigen Jahren von zwei Zwillingsbrüdern gekauft. Beide Familien leben dort gemeinsam, insgesamt gibt es fünf Kinder.
In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen – außer Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.
Wenn du unter Suizidgedanken, Depressionen oder anderen Ausnahmesituationen leidest, bietet die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 von 0-24 Uhr kostenlos und anonym schnelle Unterstützung.
Weitere Ansprechstellen für Betroffene:
Kriseninterventionszentrum Wien: 01/40 69 595
Rat auf Draht: 147
Weisser Ring - Verbrechensopferhilfe: 0800 / 112 112
Die Brüder sollen mit ihren Partnerinnen vor rund zehn Jahren nach Kumberg gezogen sein. "Sie sind nie ungut aufgefallen, im Gegenteil", sagt Pirker zur "Kleinen Zeitung".
Die Familien hätten aktiv am Leben im Ort teilgenommen. Noch bei einem Fest sei gemeinsam getanzt und gefeiert worden. Auch durch ihre Tracht und weil Eltern und Kinder häufig barfuß unterwegs gewesen seien, kannten viele Bewohner die Familie zumindest vom Sehen.
Über ein mögliches Motiv ist weiterhin nichts bekannt. Die Vizebürgermeisterin will sich aus Rücksicht auf die Familie nicht an Spekulationen beteiligen.
Auch eine Bewohnerin zeigt sich gegenüber der Tageszeitung tief betroffen: "Mir tut diese Familie so wahnsinnig leid". Warum die Achtjährige sterben musste, sollen nun die Ermittler klären. Das Landeskriminalamt Steiermark hat die Untersuchungen zu den Hintergründen der Tat übernommen.