"Warum tut mir Schulter weh?"

Mädchen wartete nach Unfall 3 Stunden auf Transport

Nach einem Sturz musste ein Mädchen aus dem Waldviertel in die Klinik – doch der Transport dauerte wegen Systemumstellung quälende Stunden.
André Wilding
15.01.2026, 09:41
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Eigentlich wollte die Mutter nur auf Nummer sicher gehen – am Ende bangte sie laut "Kronen Zeitung" stundenlang um ihre zehnjährige Tochter. Nach einem Reitunfall in Langegg (Bezirk Gmünd) brachte die 44-Jährige ihr Kind ins nächstgelegene Spital in Gmünd. Keine sichtbaren Verletzungen, kein beschädigter Helm – doch dann kam alles anders.

"Warum tut mir die Schulter weh?", fragte das Mädchen laut der Tageszeitung auf der Fahrt plötzlich immer wieder. An den Unfall erinnerte es sich nicht mehr, sinnvolle Antworten konnte es nicht geben. Um 17 Uhr erreichten sie die Klinik Gmünd. Rasch wurde ein Röntgen gemacht, der Verdacht auf eine Kopfverletzung ließ das Team handeln – das Mädchen sollte zur weiteren Abklärung nach Zwettl verlegt werden.

Drei Stunden gewartet

Doch dann begann das große Warten. Seit Jahresbeginn führen im Waldviertel nur noch die Johanniter sogenannte Sekundärtransporte zwischen Kliniken durch. Der angeforderte Wagen ließ auf sich warten – fast drei Stunden. Erst um 20.10 Uhr wurde das Mädchen in Zwettl aufgenommen, berichtet die "Krone". Eine Gehirnblutung konnte zum Glück ausgeschlossen werden.

Auch eine Woche später ist das Kind nicht vollständig genesen. Die Mutter berichtet: Ihre Tochter könne sich kaum länger als 15 Minuten konzentrieren, an den Sturz erinnert sie sich bis heute nicht.

Kein Einzelfall

Der Fall sorgt im Waldviertel jedenfalls für Aufregung – auch weil er kein Einzelfall ist. Immer öfter kursieren Berichte über viel zu lange Wartezeiten bei Verlegungen, während die Klinik-Teams trotz aller Belastung alles geben. An ihnen liegt es jedenfalls nicht.

Die Landesgesundheitsagentur erklärt gegenüber der "Krone", dass die Johanniter als einzige Anbieter die Ausschreibung für die Transporte erhalten haben. Nach massiver Kritik wollen LGA und Johanniter nun rasch nachbessern: Mehr Fahrzeuge sollen kommen, eines davon soll künftig direkt im Waldviertel stationiert werden. Derzeit müssen die Wagen aus Spillern bei Stockerau anrücken – das dauert.

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