Die verheerenden Waldbrände im Süden Italiens sorgen für Entsetzen. Während Einsatzkräfte in Kalabrien seit Tagen gegen die Flammen kämpfen, machen die Behörden nun schockierende Details öffentlich. Demnach sollen Brandstifter Katzen missbraucht haben, um Feuer gezielt in Wäldern und auf Feldern zu legen, berichtet die "Bild".
Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden den Tieren Stofffetzen an die Schwänze gebunden. Die Lappen sollen mit einer brennbaren Flüssigkeit getränkt und anschließend angezündet worden sein. Danach seien die verängstigten Katzen in bewaldete Gebiete gejagt worden, wo sie die Brände ausgelöst oder weiter verbreitet haben sollen.
"Wir haben Brandvorrichtungen gefunden, die das Werk eines nicht nur vorsätzlichen, sondern geradezu gestörten und kriminellen Geistes sind", sagte Domenico Costarella, Generaldirektor des Katastrophenschutzes in Kalabrien. Die Einsatzkräfte seien schockiert gewesen, als sie in den ausgebrannten Gebieten die Überreste misshandelter Katzen entdeckt hätten. Fotos der Tiere sollen aus Pietätsgründen nicht veröffentlicht werden.
Ob tatsächlich die kalabrische Mafia hinter den Bränden steckt, ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen laufen. Ganz neu wäre die grausame Methode allerdings nicht. Bereits 2016 berichteten Behörden auf Sizilien von ähnlichen Fällen, bei denen die organisierte Kriminalität Tiere eingesetzt haben soll, um Feuer zu legen.
Auch wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich mit dem Phänomen. Laut einer 2025 veröffentlichten Studie der Berkeley-Universität nutzt die Mafia vorsätzlich gelegte Waldbrände als Mittel, um Gebiete unter Kontrolle zu bringen, Grundstücke billig zu erwerben und später vom Wiederaufbau zu profitieren.
Während die Feuer in Süditalien weiter wüten, appelliert Costarella an die Bevölkerung: "Wir müssen weiterarbeiten, aber wir brauchen vor allem einen kulturellen Wandel. Das sind unmenschliche Taten. Leider ist der schlimmste Feind des Menschen der Mensch."