Sport

Maier: "Es wird viel zu schnell"

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:06

Sicherheits-Alarm vier Tage vor Start in Ski-Saison: Athleten und Betreuer befürchten neue Sturz-Serie. Hermann Maier fordert in Heute Speed-Reduktion: Brauchen langsamere Kurse, aber unruhigere Pisten.

Die Liste ist lang und sehr prominent besetzt. Hosp, Schönfelder, Gut, Kucera 15 Verletzte in nur 42 Tagen - so startete die vergangene Weltcup-Saison.

In vier Tagen geht es in Sölden wieder los. Bei Athleten, Betreuern und der Ski-Industrie ist die Unsicherheit spürbar. Drohen wieder serienweise Stürze? Gerissene Kreuzbänder? Geplatzte WM-Träume? In den Speed-Disziplinen wird es zu schnell, spricht Fischer-Rennchef Siegfried Voglreiter die Ängste einer ganzen Branche aus.

Ikone Hermann Maier stimmt dem im Heute-Gespräch zu. Es wird sich diese Saison nichts ändern, stellt er klar. Das Komitee der FIS ist im Schnitt 105 Jahre alt. Es müssen neue Leute her. Der Herminator hat der FIS seine Ideen in puncto Sicherheit stundenlang präsentiert. Unruhigere Pisten, dadurch weniger Speed. So lautet sein Vorschlag. Der Skifahrer soll wieder mehr gefragt sein. Der Zuschauer bekäme spektakulärere Rennen zu sehen.

Laut Maier ist nicht der Carving-Ski das Hauptproblem. Bei leichten Rennen auf ,Autobahnen passiert am meisten. Dort ist das Material aggressiver, die Kraftübertragung brutaler. Bald wird der Skischuh am Fuß angegossen sein.

Maier sieht auch die körperliche Belastbarkeit der Rennläufer am Limit: Immer mehr Läufer haben Kreuzweh - speziell im Riesentorlauf ist es ganz arg. Dass die FIS eine neue Arbeitsgruppe Sicherheit installiert hat, ist den Athleten zu wenig. Das Material blieb gleich, die Gefahr auch, winkt Niki Hosp resigniert ab. Ex-ÖSV-Coach Toni Giger sitzt der neuen Arbeitsgruppe vor. Schnellschüsse schließt er aus. Frühestens im Frühjahr wird es Konsequenzen geben.

Heute weiß: Am Rande der Weltcup-Rennen werden diese Saison erstmals Topstars wie Raich und Svindal (Nor) neues, entschärftes Material testen. Ziel: das Hochrüsten im Ski-Zirkus endlich in den Griff zu kriegen.

Martin Huber

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