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Maierhofer: "Hatte nie eine Anfrage von Rapid"

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:47

Stefan Maierhofer nahm sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit "Heute". Der neue Stürmer des SC Wiener Neustadt verrät unter anderem, dass er gerne wieder zu Rapid zurückgekehrt wäre und fiebert dem Duell mit seinem Ex-Klub entgegen.

Stefan Maierhofer nahm sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit "Heute". Der neue Stürmer des SC Wiener Neustadt verrät unter anderem, dass er gerne wieder zu Rapid zurückgekehrt wäre und fiebert dem Duell mit seinem Ex-Klub entgegen.

Herr Maierhofer, Sie haben am Samstag ein Bilderbuch-Comeback gefeiert. Über wessen Gratulationen haben Sie sich am meisten gefreut?

"Über die, die von Menschen kamen, die wissen, wie die letzten Monate abgelaufen sind – also Familie und gute Freunde. Mein Vater war mit dem Mann meiner Cousine im Stadion, die freuen sich einfach ehrlich mit. Das ist wahre Liebe. Die waren auch da, wenn es nicht so gelaufen ist. Es war aber auch schön, durchzugehen und mit Kindern und Pensionisten abzuklatschen."

Der Hype um Ihre Person ist gewaltig, das schaffen nicht viele Bundesliga-Kicker. Warum ist das so?

"Das kann ich selbst gar nicht so beurteilen. Mit meiner Größe fällt man halt auf, wenn man wo reingeht. Das ist so. Im Fitness-Studio oder im Jab-Club wollten die Leute auch immer wissen, wie es aussieht, ob ich schon einen Klub habe. Ich stand in Verhandlungen, hatte aber nichts Konkretes. Zum Glück hat sich das jetzt erledigt. Ich bin fünf oder sechs Wochen bei Wr. Neustadt und dann schauen wir weiter. Der Hype momentan ist schön, aber wichtig ist, dass wir mit Wr. Neustadt so weiterspielen wie gegen den WAC."

Wie oft haben Sie vor dem WAC-Match mit der Mannschaft von Wr. Neustadt trainiert?

"Drei Mal."

Das ist nicht viel. Trotzdem schießen Sie sofort ein Tor mit der Ferse. Spricht das für Ihren Torriecher oder gegen die Qualität der österreichischen Liga?

"Viele Leute werden jetzt lachen, aber Pep Guardiola hat gesagt: 'Gute Spieler brauchen keine Eingewöhnungsphase.' Da muss ich ein Kompliment an meine Mitspieler aussprechen – sie haben es mir leicht gemacht, wieder reinzukommen. Das war vom ersten Tag an Freude pur."

Und im Match selbst?

"Im Fernsehen haben sie gesagt, dass ich den ersten Ballkontakt erst nach neun Minuten hatte. Aber das ist okay, wenn du dann die Sachen, die du machst, gut machst. Das ist entscheidend. Es waren viele Aktionen dabei, wo ich den Ball weitergeleitet habe, vielleicht ein bisschen für Unruhe gesorgt habe – und natürlich beim Tor zur Stelle war. Den Kopfball wenig später muss ich wahrscheinlich auch machen. Unter dem Strich haben wir drei Punkte geholt, mehr gab es nicht."

Das Highlight Ihres Gastspiels folgt am Samstag im Happel-Stadion gegen Rapid. Hätten Sie vor wenigen Wochen gedacht, noch einmal im Prater zu spielen?

"Denken tut man immer viel. Letzten Dienstag bin ich hergefahren, um den Vertrag zu unterschreiben. Dann hab ich mir den Spielplan angesehen und erfahren: zweites Spiel auswärts gegen Rapid! Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. Vielleicht ist es auch gar nicht das letzte Mal. Wenn ich im Winter ins Ausland gehe, wer sagt, dass ich nicht danach wieder in die Bundesliga für ein, zwei Jahre zurückkehre?"

Fürchten Sie am Samstag Anfeindungen? Ein paar Rapid-Fans sind noch immer sauer, weil Sie vor Jahren – nach Zwischenstationen in England und Deutschland – nach Salzburg gewechselt sind.

"Ich habe damals mit Salzburg zwei Mal im Hanappi-Stadion gespielt. Das erste Mal haben wir verloren. Ich habe ein Tor gemacht – aber nicht gejubelt. Beim zweiten Mal war noch mehr Hass und Provokation von den Rängen zu spüren. Die Gesänge gingen in eine extrem beleidigende Richtung. Ich kann nur am Platz meine Aktionen zeigen und dagegenwirken. Ich bin keiner, der auf Facebook ein Posting macht und Leuten irgendwas ausrichten will."

"Wir sind da, um Fußball zu spielen, wir wollen einfach eine gute Partie sehen. Da ist es schön, wenn 18.000 ins Stadion kommen, um Rapid zu unterstützen. Und 500 für Wr. Neustadt sind. Schön wäre es halt, wenn die Menge positive Stimmung macht und nicht gehässig ist. Die Fankultur in Österreich leidet ohnehin darunter, dass so wenig Leute ins Stadion kommen. Wenn dann noch welche wegen Ausschreitungen wie im Derby fernbleiben, dann ist das schade und unnötig."

Was halten Sie von der derzeitigen Rapid-Elf?

"Einige Spieler kenne ich ja noch. Sonnleitner, Dibon, der leider verletzt ist. Mit Steff hab ich lange zusammengespielt. Es war eine wirklich schöne Zeit damals. Ich denk da auch gern zurück. Dass ich mit meinem Wechsel zu Salzburg viele Gemüter verstimmt habe und einige negativ auf mich zu sprechen sind, kann ich niemandem übel nehmen. Aber es muss alles in einer gewissen Grenze bleiben. Als ich nach England gewechselt bin, hat der Verein viel Geld für mich bekommen. Als es nicht so gelaufen ist, bin ich nach Deutschland gegangen. Ich hatte aber nie eine Anfrage von Rapid. Nie. Vielleicht wäre ich damals sogar zurückgekommen, warum nicht."

"Ich wollte immer nach England, das habe ich geschafft. Dass es dort nicht so funktioniert hat, lag auch am Trainer. Ich hab leider nie die Chance bekommen, fünf, sechs Spiele von Beginn an zu machen. Ich war jetzt dann wieder in England, bei Millwall in der zweiten Liga. Ich bekam gutes Feedback, der Trainer wollte mich unbedingt halten. Aber die finanziellen Rahmenbedingungen haben eben nicht gepasst. Von Rapid habe ich nie wieder eine Anfrage bekommen. Deswegen sollten sich einige Fangruppen lieber mit dem Verein auseinandersetzen, bevor sie mich so hassen."

Dabei könnte Rapid derzeit einen Motivator gut gebrauchen.

"Ob ich jetzt Rapid gut täte oder nicht, müssen andere beurteilen. Ich glaube aber, dass einige der verletzten Spieler der Mannschaft extrem abgegangen sind. Deni Alar zum Beispiel spielt jetzt wieder und macht gleich sein Tor. Außerdem sind viele Spieler mit Qualität verkauft worden. Burgi, Boyd. Die sind in so kurzer Zeit nicht 1:1 zu ersetzen. Wenn man den Verein unterstützt, muss man ihm auch die Zeit geben. Der Verein probiert jetzt – vielleicht ein paar Jahre zu spät – einen neuen Weg einzuschlagen mit dem Stadionbau. Dass da ein kleiner Umbruch ist und die finanziellen Möglichkeiten nicht so gegeben sind, muss man akzeptieren. Aber bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit gleich wieder draufhauen, ist ja für die Spieler auch nicht einfach."

Rechnen Sie sich am Samstag Chancen aus?

"Wir sind Letzter, haben nichts zu verlieren. Wir kommen zu Rapid, die sind natürlich auch in der Kiste nach drei Niederlagen, stehen auch unter Druck. Das könnte unsere Chance sein. Aber jedes Spiel beginnt bei 0:0, jedes Spiel hat seine eigenen Gesetze."

In der Bundesliga haben Sie für Rapid, Salzburg und Wr. Neustadt gespielt – und auch getroffen. Welche Zeit war die emotionalste?

"Sicher die Zeit bei Rapid. Bei Wr. Neustadt bin ich ja erst seit ein paar Tagen. Das, was gegen den WAC abgelaufen ist, war irrsinnig schön und toll. Aber: Am Freitag hab ich ein Interview für Sky gegeben, da habe ich wieder das Trikot von Rapid angezogen. Das Trikot, das ich im Derby anhatte, als ich zwei Tore gemacht habe. Als ich mit der Maske gespielt habe. Erstmals seit Savicevic hat wieder wer zwei Tore im Derby gemacht. Ich bin mit dem Verein Meister geworden, hab Salzburg 7:0 geschlagen. Das ist alles passiert, das ist schön, daran denke ich gerne zurück."

"Aber auch die Zeit in Salzburg war schön. Dort bin ich auch Meister, Cupsieger, Torschützenkönig und Topscorer geworden. Auch diese Momente kann mir niemand nehmen. Leider ist bei Salzburg immer viel Kritik dabei. Dabei sollten sich einige mal Gedanken darüber machen, was Herr Mateschitz in Salzburg und Leipzig macht. Er schafft irrsinnig viele Arbeitsplätze, Akademien für die Jugend, investiert extrem viel Geld. Warum die Leute ihn dafür hassen, verstehe ich nicht. Kommerz hin, Kommerz her. In Deutschland wird jeder Verein gesponsert. Auf eine gewisse Art und Weise hat sich Rapid mit dem Allianz Stadion jetzt auch verkauft. Es soll mir mal jemand erklären, wo der ganze Hass herkommt."

Themenwechsel: Wohin wollen Sie im Jänner wechseln?

"Die Liste ist lang. Kann Europa, aber auch nicht Europa werden. Einige Kontakte sind in den letzten Monaten entstanden. Aber konkret will ich noch nicht werden."

Marc Janko blüht in Australien auf. Wäre das was für Sie?

"Australien war tatsächlich auch im Gespräch. Aber Marc hat einen besseren Vertrag unterschrieben, als der, der mir angeboten wurde."

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