Monate nach dem tödlichen Sturz von Mango-Gründer Isak Andic sorgt eine neue Zeugenaussage für Bewegung in dem Fall. Während zunächst von einem tragischen Wanderunfall ausgegangen wurde, prüfen die Ermittler nun auch den möglichen Zusammenhang mit einer therapeutischen Übung.
Wie die spanische Zeitung "La Vanguardia" berichtet, hat sich eine Dolmetscherin bei der Polizei gemeldet, die zeitweise für die Familientherapeutin der Familie tätig war. Ihren Angaben zufolge soll die Wanderung von Isak Andic und seinem Sohn Jonathan Teil einer Therapiesitzung gewesen sein.
Der Aussage zufolge habe die Therapeutin die Route im Montserrat-Gebirge bewusst ausgewählt, um Vater und Sohn in eine besonders emotionale Situation zu bringen. Bereits eine Woche vor dem Unglück soll Jonathan Andic den Weg gemeinsam mit der Therapeutin erkundet haben.
Die Dolmetscherin gab zudem an, dass vorgeschlagen worden sei, Jonathan solle sich während des Gesprächs mit seinem Vater an den Rand eines steilen Abgrunds stellen, um die emotionale Belastung zusätzlich zu erhöhen.
Aus Sorge, selbst ins Visier der Ermittlungen zu geraten, wandte sie sich schließlich an die Polizei. Nach eigenen Angaben übergab sie den Behörden Chatverläufe und Sprachnachrichten aus der Kommunikation mit der Therapeutin.
Isak Andic war am 14. Dezember 2024 bei einer Wanderung im Montserrat-Gebirge rund 150 Meter in die Tiefe gestürzt und dabei ums Leben gekommen.
Im Zuge der Ermittlungen geriet sein Sohn Jonathan Andic später unter Verdacht, den Unternehmer vorsätzlich über die Klippe gestoßen zu haben. Er weist die Vorwürfe entschieden zurück.
Die neuen Aussagen könnten für die Rekonstruktion des Geschehens nun eine wichtige Rolle spielen. Die Ermittler prüfen, welchen Einfluss die geplante Therapiesitzung auf die Ereignisse hatte.
Jonathan Andic war bereits im Mai festgenommen worden, kam jedoch gegen eine Kaution von einer Million Euro wieder auf freien Fuß. Seither darf er Spanien nicht verlassen und muss sich regelmäßig bei den Behörden melden.