Sport

Manipulationen: Kuljic will nie Geld erhalten haben

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:05

Ex-Nationalteamspieler Sanel Kuljic überraschte am Mittwoch bei seiner Befragung im Zuge des Wettbetrug-Prozesses in Graz. Er gab zwar die Mitwirkung an drei Spiel-Manipulationen zu, will aber entgegen früheren Behauptungen nie Geld dafür erhalten haben. Ex-Kollege Dominique Taboga hatte sich vor Gericht voll schuldig bekannt, ein anderer Angeklagter die Vorwürfe bestritten.

Ex-Nationalteamspieler Sanel Kuljic überraschte am Mittwoch bei seiner Befragung im Zuge des .

Am vierten Prozesstag stand Kuljic im Fokus des Prozesses. Der 37-Jährige soll laut Anklage an der Manipulation von zehn Matches beteiligt gewesen sein, teilweise als Spieler, teilweise soll er nur Abläufe organisiert haben. Angeklagt ist in seinem Fall auch Erpressung und Nötigung.

Nach stundenlanger Befragung überraschte der ehemalige Fußballer, indem er erklärte, er habe nie Geld für seine Mitwirkung erhalten. Zunächst hatte er nämlich erklärt, mit 5.000 Euro entlohnt worden zu sein. Das machte Richterin Elisabeth Juschitz stutzig: "Sie haben ja gar nichts gemacht, wieso bekommen sie da Geld?"

Falsche Angabe, "weil mich Staatsanwältin ausgelacht hat"

Kuljics Antwort verblüffte viele: "Ich hab' das bei meiner Einvernahme nur gesagt, weil mich die Staatsanwältin ausgelacht hat. Auf die Frage, warum er jetzt mit der angeblichen Wahrheit herausrückt, antwortete Kuljic, es sei ihm wichtig, "dass es berichtigt wird."

"Warum haben Sie denn an den Manipulationen teilgenommen?", fragte die Richterin. "Weil ich helfen wollte", so der Angeklagte. "Wenn ich Sie mir so anschaue in den letzten Tagen, ist von Herzlichkeit zwischen Ihnen und den anderen aber nichts zu spüren", stellte Juschitz trocken fest.

"Habe keine finanziellen Probleme gehabt"

Die anderen Angeklagten, darunter auch Dominique Taboga haben Kuljic massiv belastet, er soll sowohl an den Manipulationen beteiligt gewesen sein, als auch kassiert haben. "Ich habe keine finanziellen Probleme gehabt", entgegnete Kulic und verwies unter anderem auf eine Sonderzahlung von 175.000 Euro, die er am Anfang einfach "vergessen" habe zu erwähnen.

Die Richterin konfrontierte ihn mit zahlreichen Exekutionen, die gegen ihn geführt worden waren. Er gab zu, dass er gelegentlich gespielt habe "im Casino oder Poker auf Trainingslagern", von Spielsucht wollte er aber nichts wissen. "Das haben immer nur die Medien verbreitet", erklärte er.

"Will niemanden beschuldigen"

"Wer hatte denn die Idee zu den Manipulationen?", wollte Juschitz wissen. "Ich glaube, die Initiative ist von Taboga ausgegangen, aber ich will niemanden beschuldigen", antwortete Kuljic. Taboga hatte seinerseits angegeben, die Erpressung von Kuljic habe dazu geführt, dass er letztendlich zur Polizei gegangen und die Sache 2013 bekannt geworden ist. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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