Eulen-Curry, Rattengulasch und Mardersuppe? Klingt widerlich? Nicht für Jonathan McGowan. Er ernährt sich seit 30 Jahren von dem, was andere, nachdem sie es aus Versehen überfahren haben, achtlos auf der Straße liegen lassen.
Im zarten Alter von 14 entschied sich der Engländer dazu, Fleisch nicht mehr in abgepackter, tiefgefrorener Form aus dem Supermarkt zu kaufen, sondern von dem zu leben, was ihm die Landstraße schenkt. Auf seinem Speiseplan stehen seither Mäuse, Maulwürfe, Stacheltiere, Tauben, Krähen und Möwen.
Sein erstes kulinarisches Erlebnis hatte er mit einer Kreuzotter: "Die schmeckte ehrlich gesagt nicht sonderlich gut. Ein bisschen wie Speckschwarte. Aber damals packte mich die Neugierde und ich wollte unbedingt herausfinden, wie andere überfahrene Tiere wohl schmecken würden."
Der Tierpräparator aus Bournemouth (Grafschaft Dorset) ging früh von der Schule ab und hatte in jungen Jahren nur wenig Geld zur Verfügung: "Überall, wo ich damals hinsah, waren tote Tiere. Ich musste sie nicht einmal selbst umbringen. Ich ekelte mich niemals davor, sie zu kochen und anschließend zu essen."
Das Umfeld von Jonathan McGowan reagiert überraschen tolerant auf den Spleen des Engländers. Sie probieren sogar hier und da von seinen Gerichten.
HGM