Lotterien ändern Regeln

Mann gewinnt mit Trick 14 Mal im Lotto, wird Millionär

Stefan Mandel hat reihenweise Lotto-Jackpots abgeräumt und damit eine Regeländerung ausgelöst. Warum der große Gewinn trotzdem unwahrscheinlich ist.
Newsdesk Heute
15.02.2026, 22:36
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Vom großen Jackpot träumt fast jeder. Doch wer glaubt, mit Glückszahlen oder Systemscheinen die Chancen zu erhöhen, irrt. Ein Mann hat das System hinter Lotto tatsächlich auf einfachste Weise ausgetrickst – und damit eine Welle an Regeländerungen ausgelöst.

Lotto fasziniert seit Jahrhunderten. Schon im 15. Jahrhundert sammelten Städte wie Mailand oder Utrecht damit Geld für Kriege und Bauprojekte ein. In Österreich führte Maria Theresia 1752 die Lotterie ein. Bis heute tippen hierzulande mehr als ein Drittel der Menschen zumindest einmal pro Jahr, schreibt der "Standard".

Doch wie realistisch ist der große Gewinn wirklich? Bei "6 aus 45" gibt es exakt 8.145.060 mögliche Zahlenkombinationen. Jede einzelne davon ist gleich wahrscheinlich. Auch die scheinbar absurde Reihe 1, 2, 3, 4, 5, 6 hat exakt statistisch gesehen dieselbe Chance wie jede andere.

Das heißt aber nicht, dass auch jede genau gleich oft gezogen wird. Einige Zahlen sind tatsächlich öfter aus dem Trichter gekullert als andere.

Die meistgezogenen Lotto Zahlen in Österreich:

  • Platz 1: 03 – 394 Mal
  • Platz 2: 27 – 377 Mal
  • Platz 3: 42 – 372 Mal

Survivorship Bias

Als Spielteilnehmer kann man seine Chancen auf den großen Gewinn nur steigern, indem man mehr Lose kauft. Lotto ist – wie jedes Glücksspiel – allerdings so konstruiert, dass unterm Strich immer die Lotterien gewinnen. Die Einnahmen aus dem Losverkauf sind in der Regel höher als die ausgeschütteten Gewinne. Je länger man mitspielt, desto sicherer wird ein Netto-Verlust.

Warum spielen trotzdem so viele Menschen? Ein Grund ist der sogenannte Survivorship Bias. Die großen Gewinn-Meldungen stehen im Vordergrund, von den Millionen Verlierern hört man nur sehr selten. Das verzerrt unsere Wahrnehmung.

Der Mann, der 14 Mal gewann

Ganz unmöglich ist es allerdings nicht, das System auszutricksen. Der rumänische Mathematiker Stefan Mandel gewann ab den 1960er Jahren 14 Mal im Lotto und verdiente damit Millionen.

Sein Trick war simpel: Er nutzte Situationen, in denen der Jackpot durch mehrfaches Übertragen so hoch war, dass er die Gesamtkosten aller möglichen Kombinationen überstieg. In solchen Fällen konnte es sich rein rechnerisch lohnen, alle Varianten zu kaufen.

Dafür organisierte er Investoren, druckte Lose selbst aus und deckte systematisch jede Kombination ab. Illegal war das nicht. Allerdings reagierten die Behörden und Lotterien und änderten die Regeln, damit so etwas nicht mehr möglich ist.

Man müsste der Einzige sein

Auch in Österreich können Jackpots stark anwachsen – mit Mandels Trick wird man hierzulande nicht zu Reichtum finden. Die mehr als acht Millionen verschiedenen Zahlenkombinationen abzudecken, ist eine enorme finanzielle Hürde.

"Selbst bei einem Mehrfachjackpot mit z.B. 10 Millionen Euro müsste man der Einzige sein, der einen Sechser hat – und dafür gibt es keine Garantie", heißt es auf der Webseite der österreichischen Lotterien dazu. Sobald sich mehrere Spieler den Sechser teilen, ist der Trick ein Verlustgeschäft.

Die Mathematik ist gnadenlos ehrlich: Lotto bleibt ein Glücksspiel mit negativem Erwartungswert. Wer mitspielt, kauft sich einen Traum. Reich wird dabei vor allem einer – der Betreiber. Und genau das hat sich seit dem 15. Jahrhundert nicht geändert.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 16.02.2026, 08:12, 15.02.2026, 22:36
Jetzt E-Paper lesen