Fahrgäste stockte Mittwochfrüh in der U6-Station Thaliastraße (Wien-Ottakring) der Atem: Ein Mann mit Hut stieg um 10.34 Uhr in der U6-Station Richtung Siebenhirten aus. Dann sprang er in das Gleisbett, überquerte die Schienen. "Er wollte auf den Bahnsteig Richtung Floridsdorf", erklärt ein Wiener-Linien-Sprecher. In diesem Moment kam ein Zug aus der Gegenrichtung. Nur die beherzte Reaktion eines U-Bahn-Fahrers rettete das Leben des Mannes. "Der Lenker machte eine Notbremsung." Der Mann auf den Gleisen wurde trotzdem vom Zug leicht berührt. Der U-Bahn-Fahrer stellte ihn zur Rede, der Verletzte konnte aus eigener Kraft zum anderen Bahnsteig gehen, wurde dort von der Rettung versorgt.
Zum Glück ist in der Mitte der U6-Trasse keine Stromschiene. Eine Berührung hätte für den Mann auf den Gleisen tödlich enden können. "Er hat wirklich Glück gehabt", so der Wiener-Linien-Sprecher."Die Schienen zu überqueren ist lebensgefährlich – und auch verboten." Dem Mann droht nun eine Strafe wegen Verstoßes gegen die Hausordnung. Ein Leserreporter machte ein Foto: Darauf ist zu sehen, wie der Fahrgast zwischen U-Bahn-Zug und Kabeln in der Mitte der Bahntrasse eingeklemmt ist. Laut Augenzeugen dürfte der "Spaziergänger" betrunken gewesen sein.