Ein erschütternder Prozess sorgt derzeit in Schweden für Aufsehen. Ein 62-jähriger Mann steht im Verdacht, seine Ehefrau zur Prostitution mit rund 120 Männern gezwungen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft fordert nun zehn Jahre Haft. Dem Schweden werden schwere Zuhälterei, Vergewaltigung und Körperverletzung vorgeworfen.
Laut Anklage soll der Mann seine Frau bedroht und sie abhängig von Alkohol und Drogen gemacht haben. Über Jahre hinweg habe er mit sexuellen Dienstleistungen seiner Partnerin Geld verdient. Die Ermittler sprechen von mehr als 500.000 schwedischen Kronen - umgerechnet rund 46.000 Euro.
Der Fall erinnert viele in Schweden an den international bekannten Fall Gisèle Pelicot aus Frankreich. Dort hatte ein Mann seine Ehefrau betäubt und fremden Männern zur Vergewaltigung angeboten.
Die betroffene Frau wird von der Staatsanwaltschaft als "schutzbedürftig" beschrieben. Sie fordert laut Bericht eine Entschädigung in Höhe von rund 100.000 Euro.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Festgenommen wurde der 62-Jährige bereits im Oktober im Norden Schwedens, nachdem ihn seine Ehefrau angezeigt hatte. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe weist er zurück.
In Schweden ist der Verkauf von Sex legal, der Kauf jedoch verboten. Auch das Fördern oder Profitieren von Prostitution ist strafbar.