Knalleffekt im ÖFB-Tor. Alexander Manninger beendet seine Karriere im Nationalteam. Allerdings erzählte er niemanden im Vorfeld von seiner Entscheidung, nicht einmal dem Teamchef. "Ich habe ihn angerufen, um ihm zu sagen, dass er gegen Kamerun spielen wird", erzählte ein sichtlich überraschter Didi Constantini bei der heutigen Kaderbekanntgabe in Wien. "Er hat mir erklärt, dass er definitiv nicht spielt und sich ab sofort auf den Klub (Juventus Turin, Anm.) konzentrieren will. Was soll ich machen? Soll ich vor ihm auf Knien rutschen und ihn bitten?"
Ausschlaggebend sollen die vergangenen Torhüter-Nominierungen des Teamchefs gewesen sein. Constantini hatte zuletzt Michael Gspurning den Vorzug gegeben. Der Tropfen, der das Fass anscheinend zum Überlaufen brachte. Manninger hatte während seiner gesamten ÖFB-Karriere kein fixes Einser-Leiberl. Bei der EURO 08 wurde ihm Jürgen Macho vorgezogen. "Seiner Meinung nach müsste er schon 70 Länderspiele haben, nicht erst 33", sagte Constantini. Der Tiroler erklärt zudem, dass er Manninger während seiner Amtsperiode nicht mehr nominieren wird, selbst wenn es sich dieser nochmal überlegen sollte. "Wenn er nicht will, werde ich ihn nicht zwingen. Aber normal sollte es eine Ehre sein im Team zu spielen."