Manchester United verhielt sich heuer eher ruhig auf dem Transfermarkt, aber ein Wechsel schrieb Schlagzeilen: Der Portugiese Bebe spielte im Vorjahr noch bei der Obdachlosen-Weltmeisterschaft, wurde nun aber für neun Millionen Euro verpflichtet.
Während Manchester City heuer bereits 150 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben hat, tritt der Lokalrivale aus der roten Hälfte der Stadt bewusst etwas kleiner. Ein spektakulärer Transfer ist diese Woche aber dennoch über die Bühne gegangen - auch wenn die Summer mit neun Millionen Euro verhältnismäßig klein ist.
Der 20-jährige Portugiese Tiago Manuel Dias Correia, genannt Bebe ('Baby'), lebte voriges Jahr noch auf der Straße und spielte bei der Fußballweltmeisterschaft der Obdachlosen mit. Nach nicht einmal einer ganzen Saison beim Zweitliga-Absteiger Estrela da Amadora wechselte er vor einigen Wochen zum Erstligisten Vitoria Guimaraes für 50.000 Euro.
Doch Bebe wurde schnell wieder an Manchester United weitergegeben - mit einem Gewinn von 8.950.000 Euro. Doch der Transfer ist deshalb so besonders, weil ManU-Coach Sir Alex Ferguson Bebe nicht eine einzige Minute spielen hat sehen. Dies sei auch das erste Mal in seiner Karriere gewesen, so der Schotte, der normalerweise potentielle Spieler monatelang beobachten lässt.
Plötzlich 65.000 Euro Gehalt
Dieses Mal vertraute Sir Alex aber dem Urteil seines ehemaligen Assistenten Carlos Queiroz. Der Portugiese legte Manchester United nahe, Bebe so schnell wie möglich zu verpflichten, da noch einige andere namhafte Vereine an ihm dran seien. Also bekam der 20-Jährige einen Fünfjahresvertrag mit einem Monatsgehalt von 65.000 Euro. Vor einigen Wochen hatte noch 1300 Euro bei Zweitligist Estrela da Amadora bekommen - und die hatte er mit seinen Freunden in einem Waisenhaus geteilt.