Für das bereits fix im Achtelfinale stehende Bayern München ist das Gastspiel in der Fußball-Champions-League in Moskau am Mittwoch nur mehr eine Pflichtübung. Auch Paris St. Germain kann dem Auftritt gegen Olympiakos Piräus mit Gelassenheit entgegensehen. Manchester United hingegen darf sich bei Leverkusen keinen Ausrutscher erlauben, und Juventus Turin steht bereits mit dem Rücken zur Wand.
ManUnited ist nach vier Runden zwar Leader der Gruppe A und wäre mit einem Sieg im Achtelfinale, bei einer Niederlage könnte aber das Aus drohen. Die Deutschen würden dann an den "Red Devils" vorbeiziehen und das drittplatzierte Schachtar Donezk - ein Heimsieg gegen Schlusslicht San Sebastian vorausgesetzt - zu den Briten aufschließen. Auch Leverkusen wäre mit einem Sieg weiter und ist dementsprechend motiviert. "Das ist das Spiel der Spiele, das Highlight schlechthin", sagte Sportdirektor Rudi Völler.
Bayer setzt auf Heimstärke
Das Selbstbewusstsein des Bundesligazweiten ist seit dem 2:4 bei ManUnited zum Gruppenauftakt enorm gewachsen."Wir haben unsere Lehren daraus gezogen, waren zu nervös und ängstlich", sagte Bayer-Torjäger Stefan Kießling. "Jetzt sind wir gut vorbereitet und wollen gewinnen." Er setzt nicht zuletzt auf den Heimvorteil: "Zu Hause sind wir wieder eine Macht. Da müssen uns die Gegner erst mal schlagen - auch Manchester United."
United ist derzeit Sechster der Premier League und kam am vergangenen Wochenende auch gegen das biedere Cardiff (15.) nicht über ein 2:2 hinaus. "Wir wollen den Job zu Ende bringen, damit uns in der Premier League nichts ablenkt", erklärte ManUniteds Verteidiger Rio Ferdinand. Sein Coach David Moyes, dem Mittelfeldmann Marouane Fellaini gesperrt fehlt, hoffte auf die Rückkehr von Robin van Persies, Phils Jones' und Nemanja Vidics.
PSG relaxt
In Gruppe C liegt PSG mit 10 Punkten vor dem aktuellen Gegner Piräus (7) an der Spitze. Das 35. Bewerbsspiel ohne Niederlage in Folge würde Zlatan Ibrahimovic und Co. in die K.o.-Phase hieven, schon das Auswärtshinspiel wurde klar mit 4:1 gewonnen.
Turin muss gewinnen
Juventus sieht sich in Gruppe B mit dem Aus konfrontiert. Nach lediglich drei Punkten muss der neue Leader der Serie A gegen den FC Kopenhagen gewinnen, um sich nicht vorzeitig aus dem Rennen um die Achtelfinalplätze zu verabschieden. Die Dänen, bei denen Innenverteidiger Georg Margreitter zumindest wieder auf einen Kurzauftritt hoffen darf, sind gleichauf mit Galatasaray Istanbul (je 4) Dritter und haben dementsprechend auch noch die Chance auf das Weiterkommen. "Es ist eine Partie, in der es um Weiterkommen oder Ausscheiden geht, und wir wissen, dass wir sie gewinnen müssen", sagte Juve-Trainer Antonio Conte vor dem ersten Endspiel in der Königsklasse.
Juve kann aber auf die Schützenhilfe des mit zehn Punkten fast fix qualifizierten Real Madrids hoffen. Setzen sich die Spanier, die zuletzt in der Primera Division in zwei Spielen 10 Tore erzielten, zuhause gegen das zweitplatzierte Galatasaray Istanbul durch und löst die "Alte Dame" ihre Aufgabe besser als beim 1:1 im Hinspiel in Dänemark, käme es in zwei Wochen wenigstens zum Showdown in der Türkei. Real, dem zum Achtelfinale ein Remis reicht, wird gegen die Türken allerdings ohne Goalgetter Cristiano Ronaldo antreten. Der Superstar wird wegen einer Oberschenkelblessur geschont.
Bayern vor Rekord
München mit David Alaba ist in Gruppe D ebenso wie Manchester City (gastiert bei Viktoria Pilsen) schon durch, kann bei ZSKA Moskau mit dem zehnten Sieg in Serie aber einen Rekord in der Champions League aufstellen. Der deutsche Fußball-Rekordmeister hält die aktuelle Bestmarke von neun Erfolgen nacheinander gemeinsam mit dem FC Barcelona, der zwischen dem 18. September 2002 und dem 18. Februar 2003 neun Siege am Stück gefeiert hatte. Die Bayern, , treten die Reise ohne Torjäger Mario Mandzukic an, der an Wadenproblemen laboriert. Dafür holte Trainer Pep Guardiola erstmals den 18-jährigen Julian Green ins Aufgebot.
APA/red