Sport

Marcel Koller vertraut seinem Stamm-Personal

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:44

Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller setzt im Testspiel am 5. März in Klagenfurt gegen Uruguay auf altbewährte Kräfte. Der am Dienstag nominierte 23-Mann-Kader für das Duell mit dem zweifachen Weltmeister ist nahezu identisch mit jenem Aufgebot, das der Schweizer für das bisher letzte Länderspiel am 19. November 2013 gegen die USA (1:0) zusammenstellte.

Vom damaligen Kader sind Manuel Ortlechner und Philipp Zulechner nicht mehr mit von der Partie. Die im November verletzt gewesenen Sebastian Prödl, Andreas Weimann, Zlatko Junuzovic, Marcel Sabitzer und Emanuel Pogatetz kehren zurück, dafür steht der gegen die USA nachnominierte Kevin Wimmer so wie Ortlechner und Zulechner oder auch Philipp Hosiner nur auf der Abrufliste.

Von einer "geschlossenen Gesellschaft" im ÖFB-Team wollte Koller dennoch nicht sprechen. Jeder Spieler habe die Möglichkeit, sich mit starken Leistungen aufzudrängen, betonte der 53-Jährige. Allerdings gab der Teamchef zu, dass jene Kicker, die in seiner Amtszeit regelmäßig im Kader standen, einen gewissen Bonus genießen. "Wir haben in zwei Jahren eine Gruppe kreiert, von der wir das Gefühl haben, dass wir mit ihr am weitesten kommen können", sagte Koller.

Koller zieht seine Philosophie durch

Dieser Gruppe bringt Koller seit November 2011 seine persönliche Philosophie näher. "Wenn ich eine Idee vermitteln will, ist es schwierig, einem Spieler an einem Tag etwas zu sagen, was andere schon seit zwei Jahren hören", erklärte Koller. Deshalb seien auch in Zukunft größere personelle Veränderungen nicht zu erwarten. "Wir sind nicht gewillt, bei jedem Länderspiel fünf oder sechs Neue dazuzunehmen und wieder von vorne zu beginnen."

Deshalb schaffte es auch Salzburgs Stefan Ilsanker trotz zuletzt guter Auftritte nicht in den Kader. "Aber er steht auf der Abrufliste. Damit möchten wir seine Leistungen honorieren", meinte Koller und lobte generell die Spielweise von Red Bull Salzburg. "Die Salzburger präsentieren sich hervorragend und haben im Moment durch ihre Siege auch Selbstvertrauen, das haben sie gegen Ajax eindrucksvoll bewiesen. Ich hatte das Gefühl, dass und dafür bestraft worden ist", vermutete Koller.

Koller: "Wollen nach vorne spielen"

Weit mehr als interessiert Koller jedoch die Partie seiner Auswahl gegen Uruguay, für die bisher 15.000 Tickets verkauft sind. "Wir wollen nach vorne spielen, uns wenn nötig aber auch zurückziehen, die Räume eng machen und bei Ballgewinn schnell nach vorne kommen", so die Marschroute des Teamchefs gegen die Südamerikaner, die mit allen Stars wie Luis Suarez, Edinson Cavani oder Diego Forlan anreisen.

Dass viele seiner Spieler derzeit mit Abstiegssorgen zu kämpfen haben, könnte laut Koller sogar ein Vorteil sein. "Der Abstiegskampf macht dich härter. Das sind Erfahrungen, die etwas bringen können, wenn man damit umgehen kann. Wir brauchen in der EM-Qualifikation die Mentalität, dass wir belastbar sind und mit Negativerlebnissen umgehen können", erklärte der Schweizer.

Countdown zur EM hat bereits begonnen

Der Countdown startet laut Koller nicht mit dem Uruguay-Spiel, sondern hat schon gegen die USA begonnen. Nach der Partie am Mittwoch steigen am 30. Mai gegen Island und am 3. Juni gegen Tschechien weitere Freundschaftsspiele. "Da könnte es sein, dass wir noch andere Spieler testen", sagte Koller. Außerdem ist ein Testmatch unmittelbar vor dem EM-Quali-Auftakt in Wien gegen Schweden am 8. September möglich.

Nicht mehr möglich sind Änderungen im Betreuerstab. Der Posten des ehemaligen Koller-Assistenten Fritz Schmid wird nicht nachbesetzt, die ÖFB-Auswahl nimmt daher mit Thomas Janeschitz als einzigem Co-Trainer den Weg zur EM in Angriff. Die Chancen auf eine Teilnahme an der Endrunde 2016 in Frankreich stehen nicht schlecht, schließlich wurde das Starterfeld von 16 auf 24 Teams aufgestockt. "Für uns ist das sicher besser, und ich denke nicht, dass die EM dadurch verwässert wird", sagte Koller im Hinblick auf Kritik an der Turnier-Erweiterung unter anderem aus Deutschland.

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