Vor den richtungsweisenden EM-Qualifikationsspielen gegen Moldawien (9. Oktober) und Montenegro (12. Oktober) vermeidet Marcel Koller das Wort Pflichtsieg in den Mund zu nehmen. Das wäre für den Schweizer überheblich.
"Ich hoffe, dass das so nie der Fall sein wird, weil es auf eine gewisse Überheblichkeit hindeuten würde", meinte der 53-Jährige gegenüber der "APA". "Man muss im Fußball demütig sein, zwar die eigenen Qualitäten auf den Platz bringen, und das mit geschwellter Brust, aber nicht wie ein Gockel." Mit welcher Einstellung fährt das ÖFB-Team dann nach Chisinau? "Wir sind davon überzeugt, dass wir in Moldawien gewinnen können, wenn wir das umsetzen, was wir uns vornehmen", erklärte Koller.
Dass in der Öffentlichkeit von Pflichtsiegen gesprochen wird, gefällt dem ÖFB-Teamchef gar nicht. "Warum sagen diese Personen das? Haben sie ein Spiel von Moldawien oder Montenegro gesehen? Wahrscheinlich nicht. Ich habe von diesen Mannschaften insgesamt 22 Spiele gesehen und weiß, wie sie ungefähr spielen könnten. Es wäre gut, wenn wir nicht vorher groß reden, dass wir sechs Punkte holen werden, sondern es auf dem Platz zeigen", findet Koller.
"Die Leute stehen nach wie vor hinter uns"
Der Schweizer kann aber nachvollziehen, dass das ein wenig die Stimmung trübte. "Ich verstehe es. Die Leute kommen ins ausverkaufte Stadion, es herrscht super Stimmung und alle glauben, wir besiegen die Schweden, weil wir sie ja vor einem Jahr auch besiegt haben. Dann gewinnt man nicht und es ist Enttäuschung da. Das ist normal, aber ich glaube, die Leute stehen nach wie vor hinter uns", ist Koller überzeugt.
"Viele Fans sind nach dem Match zu mir gekommen und haben gesagt, wir haben ein starkes Spiel gemacht. Da war ich überrascht, denn in den Zeitungen habe ich eigentlich etwas anderes gelesen", bemerkte der Teamchef.