Potapova über Nationenwechsel:

"Marketingtechnisch besser, Österreicherin zu sein“

Tennis-Ass Anastasia Potapova spricht über ihre Entscheidung Österreicherin zu werden.
Sport Heute
29.05.2026, 13:45
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Anastasia Potapova sorgt bei den French Open nicht nur sportlich für Schlagzeilen. Die gebürtige Russin, die seit Jahresbeginn offiziell für Österreich antritt, sprach vor ihrem Drittrunden-Duell mit Titelverteidigerin Coco Gauff offen über ihren Nationenwechsel und die jahrelangen Bemühungen um die österreichische Staatsbürgerschaft.

Die 25-Jährige fühlt sich in ihrer neuen Heimat angekommen. "Natürlich bin ich sehr glücklich, Österreich zu vertreten", erklärte Potapova. Besonders die Unterstützung der Fans habe sie beeindruckt. Bei nahezu jedem Turnier werde sie von österreichischen Anhängern angesprochen und angefeuert. "So etwas habe ich früher nie erlebt", betonte die Weltranglisten-30.

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Spätestens mit ihrem Finaleinzug beim Turnier in Linz Mitte April spielte sich Potapova endgültig in die Herzen der heimischen Tennisfans. Dabei war Österreich nicht die einzige Option. Ihr Management habe mehrere Möglichkeiten geprüft und Gespräche mit Anwälten geführt. Letztlich fiel die Entscheidung aber auf die Alpenrepublik.

Bis zur Einbürgerung war es allerdings ein langer Prozess. Fünf Jahre dauerte es, bis Potapova ihren österreichischen Pass erhielt. Die Erfolgsaussichten seien laut ihren Beratern lange Zeit nur bei 50 Prozent gelegen. "Niemand konnte mir garantieren, dass es klappt", schilderte die Tennisspielerin. Dennoch habe sie an ihrem Ziel festgehalten.

Ausschlaggebend für den Nationenwechsel waren vor allem praktische Gründe. Wegen Visa-Problemen habe sie in der Vergangenheit immer wieder Turniere absagen oder ihre Planung kurzfristig ändern müssen. Für eine Profisportlerin sei das eine enorme Belastung. "Manche finden es vielleicht seltsam, wegen Visa die Nationalität zu wechseln. Aber diese Leute haben diese Probleme nie. Ich finde es wirklich hart. Und auch marketingtechnisch und in jeder anderen Hinsicht ist es einfach besser, Österreicherin zu sein", sagte Potapova. Zudem eröffne ihr der österreichische Pass auch abseits des Sports neue Möglichkeiten.

Dass sie als erfolgreiche Tennisspielerin nach Österreich kam, habe den Prozess erleichtert. Mit mehreren WTA-Titeln, dem Juniorinnen-Sieg in Wimbledon und einer Karrierebestmarke von Rang 21 in der Weltrangliste brachte sie sportlich beste Voraussetzungen mit. Mit einem Schmunzeln meinte Potapova: "Ich habe Glück, dass ich Tennis spiele und nicht Ski fahre. Dann wäre es vermutlich noch schwieriger gewesen."

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