Vor F1-Auftakt

Marko-Klartext: "Froh, dass das nicht zustande kam"

Helmut Marko hat Red Bull mit Jahresende 2025 verlassen. Nun sprach der Grazer über das Motoren-Projekt seines Ex-Rennstalls.
Sport Heute
05.03.2026, 07:05
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Über 20 Jahre war Marko als Motorsport-Konsulent für Red Bull in der Formel 1 tätig, führte den Energydrink-Konzern unter dem verstorbenen Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz in die Formel 1 und gilt auch als Entdecker von Stars wie Sebastian Vettel und Max Verstappen. Der Grazer hatte zuletzt vor allem das Nachwuchsprogramm der Bullen unter seinen Fittichen. Mit Jahresende 2025 verabschiedete sich der 82-Jährige in die Pension. Auch, weil Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff den Rennstall völlig neu aufstellen wollte, wie es heißt.

Trotzdem verfolgt Marko in seiner Heimat Graz sein Ex-Team genau. Vor allem auch das Motoren-Projekt. Red Bull ist mit dem Beginn des neuen Reglements 2026 erstmals selbst zu einem Motorenbauer geworden, entwarf mit Ford gemeinsam die erste eigene Antriebseinheit. Die zeigte sich bisher durchaus als konkurrenzfähig. "Nachdem Honda den Rückzug bekannt gegeben hat, war für uns klar, dass keines der Topteams bereit war, uns einen Motor zu geben", erklärte Marko im "ORF". Deshalb sei klar gewesen, "dass wir selbst etwas machen müssen. Der Einsatz war groß, das Risiko auch", so Marko.

"Froh, dass das nicht zustande kam"

Das Experiment sei "gelungen", wie der Grazer betonte: "Der Motor ist zuverlässig, es gibt ein paar Kleinigkeiten, aber das kann man mit Erfahrungen aussortieren." Gleichzeitig zeigte sich Marko erleichtert, dass Red Bull nicht mit Ex-Partner Honda zusammenarbeitet. Die Japaner stiegen als Motorenbauer bei Aston Martin ein und hatten bei den Testfahrten große Probleme bei der Zuverlässigkeit. Vibrationen im Auto sollen dem Hybridantrieb schwer zu schaffen machen. "Wir haben 2022 auch Gespräche mit Honda geführt, ob es doch eine Kooperation gibt, dass Red Bull den Verbrennungsmotor macht und Honda die elektrische Seite. Aber wenn ich mir Aston Martin anschaue, bin ich froh, dass dieser Deal nicht zustande kam", so Marko.

"Vorteil für Verstappen"

Star Max Verstappen geht als Vizeweltmeister in die neue Saison, hat im WM-Kampf aber wohl nur Außenseiterchancen. Mercedes gilt als klarer Favorit, Ferrari zeigte sich bei den Testfahrten solide. Trotzdem ist Marko überzeugt, dass der Sieger von 71 Formel-1-Rennen beim neuen Reglement seine Klasse ausspielen könne. "Verstappen kann profitieren, aber generell wird das Mapping, das von den Ingenieuren für jede Rennstrecke gestaltet wird, eine Vorgabe liefert, die Möglichkeiten des Fahrers einschränken", meinte Marko. Künftig wird es vor allem auch darauf ankommen, wann der Fahrer wo und wie die zusätzliche elektrische Energie freigibt. "Aufgrund seiner Fähigkeiten, dass er am Limit fahren kann und trotzdem freie Kapazitäten im Kopf hat, sollte das Reglement für ihn ein Vorteil sein", betonte Marko.

Ist Max Verstappen der Beste?

"Bisher war es so, dass jeder Fahrer in jeder Kurve am Limit war. Jetzt geht es drum, wann man Energie hat und wann man sie einsetzt. Man darf wahrscheinlich nicht überholen, wenn danach eine Gerade kommt, auf der man nicht mehr die Energie hat", erklärte Marko. Für ihn selbst sei das Reglement "sehr kompliziert, schwer zu folgen". Man müsse der neuen Formel 1 aber eine Chance geben.

Mit seinem Ex-Schützling Verstappen tausche sich Marko jedenfalls regelmäßig aus. "Wir telefonieren gelegentlich, aber da liegt der Fokus nicht auf der Formel 1", schmunzelte der 82-Jährige

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