Als Markus Sora nach der Diagnose seiner Mutter die Pflege übernahm, war für ihn eines sofort klar: "Ich werde sie bis zum letzten Tag pflegen." Seit vergangenem Jahr hat die 83-Jährige Pflegestufe 7 – die höchste, die es gibt. Sie braucht rund um die Uhr Betreuung, sprechen kann sie nicht mehr.
Doch was den 51-Jährigen derzeit am meisten belastet, ist nicht die körperliche oder psychische Anstrengung. "Das Schlimmste ist eigentlich immer die Bürokratie", sagt er im Gespräch mit "Heute". Formulare, Nachforderungen und lange Wartezeiten würden ihm zusätzlich zu der ohnehin belastenden Situation immer mehr zusetzen.
Besonders frustriert ist Markus aktuell wegen einer Förderung, die er bereits im Mai beantragt hat. Seitdem wartet er auf eine Entscheidung, u.a. weil immer wieder neue Unterlagen verlangt worden seien. "Bis heute habe ich keine Antwort", erzählt er. Erst nach einem neuerlichen Anruf habe man ihm gesagt, der Antrag sei "in Bearbeitung".
Dabei geht es um 2.010 Euro – Geld, das der 51-Jährige dringend brauchen könnte. Notwendige Hilfsmittel seien oft nämlich kaum leistbar. Für eine Sensormatte, die seine Mutter nachts absichern würde, müsste er bis zu 1.200 Euro bezahlen. Mehrere Stellen hätten ihm bereits gesagt, dass er dafür wohl keine Unterstützung bekommen werde.
"Du kriegst eigentlich das, was du brauchst, nicht." Wochenlanges Warten auf Förderungen, immer neue Nachforderungen und teure Hilfsmittel, die oft nicht bezahlt werden – für Markus ist das längst kein Einzelfall mehr: "Das System ist eine Katastrophe", sagt der 51-Jährige. "Wenn jeder pflegende Angehörige die Leute ins Heim oder ins Krankenhaus gibt, dann bricht das System zusammen."
Sein Appell richtet sich deshalb an Politik und Behörden: weniger Papierkrieg, mehr Unterstützung. "Einmal auf die Leute zugehen. Sagen: 'Was braucht ihr? Wie können wir euch helfen?'" Gleichzeitig wolle er mit seiner Geschichte auch "anderen Leuten Mut machen" und ihnen sagen, "dass sie sich nicht alles gefallen lassen sollen". Das System müsse pflegende Angehörige entlasten, statt sie mit Bürokratie zusätzlich zu belasten. Denn seine Kraft brauche er dort, wo sie am wichtigsten sei – bei seiner Mutter.