Am Sonntag (14 Uhr) fällt beim MotoGP-Finale in Valencia die Entscheidung um den WM-Titel. Wie es nach den letzten 30 Runden der Saison stehen muss, damit Marc Marquez oder Jorge Lorenzo Weltmeister sind, erfahren Sie hier. Außerdem: Auf wen setzt Valentino Rossi beim WM-Showdown?
Mit der Disqualifikation von Marquez in Phillip Island wurde die WM nochmal spannend. Lorenzo konnte den Rückstand dadurch auf 13 Punkte verkürzen. Das verspricht viel Würze für das Finale am Circuit Ricardo Tormo. Marquez ist im Vorteil und könnte als erster Pilot seit Kenny Roberts vor 35 Jahren in seiner Debütsaison Weltmeister werden. Den Rekord des jüngsten Champions aller Zeiten könnte der 20-Jährige ebenfalls knacken.
Marquez wieder fit
Der Honda-Pilot gibt sich aber betont cool: "Natürlich wissen wir was bei diesem letzten Grand Prix auf dem Spiel steht, aber wir werden das Wochenende trotzdem gleich in Angriff nehmen wie jedes andere. Wir werden vom Freitag an hart arbeiten und unser Bestes geben." Die Nackenprobleme - eine Folge eines Trainingssturzes in Motegi - sind überwunden: "Es fühlt sich jetzt schon viel besser an."
Lorenzo voll motiviert
Marquez spanischer Landsmann und WM-Rivale Lorenzo fiebert dem Showdown schon richtig entgegen. "Ich bin sehr aufgeregt, denn vor drei Rennen dachten wir, die Meisterschaft ist für uns vorbei", so der Yamaha-Pilot, der von einer dramatischen Entscheidung ausgeht. "Valencia ist mein Heimrennen und es wird sehr emotional angesichts unserer Position in der Meisterschaft."
Der Mann aus Mallorca glaubt, aufgrund seiner Erfahrung im Vorteil zu sein: "Wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen und dieser Fakt spielt in unsere Karten. Unser Hauptkonkurrent wird wahrscheinlich in Valencia viel mehr Druck verspüren, weil er so nah am Sieg ist."
Rossi glaubt an Marquez
Rossi ist schon länger aus dem WM-Rennen, kennt aber bestens das Gefühl, als WM-Leader das Finale und den Titel zu vergeigen. 2006 stürzte er in Valencia und der davor acht Punkte hinter ihm platzierte Nicky Hayden wurde Weltmeister. "Ich hoffe für Marquez, dass es nicht so läuft wie bei mir in der Saison 2006. Marc hat einen größeren Vorsprung als ich damals und ist sehr stark. Marc ist also der klare Favorit", meinte der Italiener bei "Motor Cycle News."
Eine mehr oder weniger überraschende Aussage. Immerhin sind Rossi und Lorenzo Teamkollegen, aber nicht die besten Freunde. Später fügte er auf "motogp.com" noch hinzu: "Wenn ich stark genug bin, möchte ich Jorge am Sonntag so weit wie möglich helfen und versuchen, auch aufs Podium zu fahren." Ob das allerdings reichen wird?
Vierter Platz reicht Marquez
Marquez wird Weltmeister, wenn er das Rennen mindestens als Vierter beendet. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist relativ hoch. Der Honda-Reiter hat jeden Grand Prix, bei dem er in dieser Saison ins Ziel gekommen ist, mit einem Podiumsplatz beendet. Falls Marquez nicht in die Top-4 kommen sollte, beginnt die große Rechnerei. Auf der nächsten Seite finden Sie eine kleine Rechenhilfe, wer wie Weltmeister wird.Marquez wird Weltmeister, wenn...
er das Rennen mindestens als Vierter beendet.
er auf Rang fünf bis acht ins Ziel kommt und Lorenzo das Rennen nicht gewinnt.
er Neunter bis schlechtestenfalls Zwölfter wird und Lorenzo maximal den dritten Platz belegt.
er als 13. bis 15. abgewunken und Lorenzo nicht besser als Vierter wird.
Lorenzo nicht über Platz fünf hinauskommt.
Lorenzo holt den Titel, wenn...
er das Rennen gewinnt und Marquez nicht besser als Fünfter wird.
er auf Rang zwei ins Ziel kommt und Marquez maximal den neunten Platz belegt.
er als Dritter die Zielflagge sieht und Marquez nicht über Platz 13 hinauskommt.
den vierten Rang belegt und Marquez ohne Punkte bleibt.