Ministerium lehnt eine Impfpflicht klar ab

Das Gesundheitsministerium setzt auf Aufklärung statt Zwang. Eine wie von der Ärztekammer geforderte Impfplicht soll es vorerst nicht geben.
Was eine Impfpflicht anbelangt, wie diese angesichts der steigenden Masern-Infektionen in Österreich kürzlich von der Ärztekammer gefordert wurde, bleibt das Gesundheitsministerium bei seiner strikten Ablehnung: "Es ist derzeit nicht angedacht, anders zu handeln", stellte Silvia Türk vom Gesundheitsministerium im Ö1-Morgenjournal am Montag klar.

Sie sieht trotz der vielen Vorfälle in jüngster Zeit keinen Anlass zu größerer Sorge. Mit dem neuen Mutter-Kind-Pass und dem elektronischen Impfpass, den es ab dem kommenden Jahr geben wird, würden zwei wichtige Maßnahmen gesetzt, um gegen die Masern anzukämpfen.

Der Mutter-Kind-Pass neu setze auf mehr Aufklärung in Sachen Impfung, so sollen Ärzte mit den Eltern mehrmals Gespräche über empfohlene Impfungen führen, um mögliche Skepsis aus der Welt zu schaffen. Der elektronische Impfpass, der sich aktuell in der Pilotphase befindet, sieht u.a. Erinnerungsfunktionen – etwa für Erwachsene an nötige Auffrischungen – vor.

Mehr als 64 Masern-Fälle



Masern:
Erreger: Masernvirus (MeV)
Ansteckung: Tröpfcheninfektion
Inkubationszeit: 8 bis 10 Tage
Symptome: Roter, fleckiger Hautausschlag
Diagnose: Klinisches Bild, Antikörpernachweis
Behandlung: hustenlösende & fiebersenkende Medikamente
Immunität: Nach vorhergehende Infektion lebenslang
Vorbeugung: Impfung

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Die Masern sind im Vormarsch, zuletzt war Kärnten der österreichische Hot Spot. Hier wurden sechs Masernerkrankungen registriert, darunter ein Busfahrer in Klagenfurt. Die erforderlichen Hygienemaßnahmen haben den Busverkehr in der Kärntner Landeshauptstadt für Stunden lahmgelegt. Auch ein Gymnasium blieb geschlossen, nachdem ein zehnjähriger Schüler unter Masernverdacht stand.

CommentCreated with Sketch.9 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Mit Stand 10.04.2019 wurden laut Gesundheitsministerium in Österreich bereits 64 Masern-Fälle gemeldet, betroffen waren dabei die Bundesländer Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien (Anm.: die neuen Fälle aus Kärnten sind hier noch nicht mit einberechnet).



Impfbereitschaft steigt



Die Frage, wo und wann man sich impfen lassen kann, beschäftigt seither große Teile der Bevölkerung. Vor allem Menschen zwischen 20 und 40 Jahren sollten Experten zufolge eine zweite Impfung in Erwägung ziehen, besonders wenn man noch nicht an den Masern erkrankt war. Hier zeigt sich laut Zahlen vom Gesundheitsministerium, dass eine halbe Million der zwischen 15-30-Jährigen eine zweite Dosis benötigen würden.

Die Durchimpfungsrate bei Kindern und Jugendlichen gilt mit rund 90 Prozent zwar als relativ gut, für eine ausreichende Immunität der Bevölkerung wäre allerdings eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent mit zwei Dosen erforderlich.



Ausführliche Informationen finden Sie unter www.keinemasern.at >>> (ek)

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