Obst und Gemüse

Massive Ausfälle – bis zu 45 % der Ernte vernichtet

Hitze und Trockenheit setzen Österreichs Bauern massiv zu. Bei Gemüse drohen 45 Prozent Verlust, beim Obst fällt rund ein Drittel der Ernte aus.
Newsdesk Heute
18.08.2026, 12:52
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Die lange Hitze- und Trockenperiode hinterlässt auf Österreichs Feldern und in den Obstgärten massive Schäden. Besonders dramatisch ist die Situation im Osten des Landes. Branchenvertreter rechnen mit erheblichen Ernteausfällen und fordern nun rasche Hilfe für die betroffenen Betriebe.

Im Obstbau dürfte rund ein Drittel der gesamten Ernte verloren sein. Zwar werden mittlerweile etwa 40 Prozent der Flächen bewässert, doch vielerorts gehen die Wasserreserven in Speicherteichen und Bewässerungsanlagen zur Neige. Gleichzeitig bleibt dringend benötigter Regen aus.

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Äpfel und Birnen leiden unter Hitze

Besonders bitter: Viele Kulturen wie Äpfel, Birnen und Zwetschken stehen kurz vor der Ernte. Sonnenbrand und andere Hitzeschäden setzen den Früchten zu, zusätzlich bleiben sie deutlich kleiner.

"Besonders dramatisch ist die Situation bei Holunder. Hier zeichnet sich ein Ernteausfall von über 50 Prozent ab, wobei auch ein Totalausfall nicht mehr ausgeschlossen werden kann", warnt Manfred Kohlfürst, Obmann des Österreichischen Branchenverbandes für Obst und Gemüse.

Doch nicht nur die heurige Ernte ist in Gefahr. Immer mehr Obstbäume sterben komplett ab. Betroffen sind unter anderem Holunder, Kirschen und Äpfel. Bei jungen Kulturen seien teilweise bereits ganze Anlagen vertrocknet. Diese Bäume fehlen damit auch bei den Ernten der kommenden Jahre.

Gemüseernte bricht um 45 Prozent ein

Noch größer sind die Verluste im Gemüsebau. Über alle Kulturen hinweg rechnen die Betriebe derzeit mit durchschnittlich 45 Prozent weniger Ertrag. Ohne Bewässerung drohen vielerorts sogar Totalausfälle.

Die extreme Sonneneinstrahlung verursacht Wachstumsverzögerungen, Notreife und Verbrennungen. Gleichzeitig breiten sich Schädlinge wie Spinnmilben, Thripse und Raupen bei der Hitze stärker aus.

Auch Tiefkühlgemüse ist betroffen. Trotz Bewässerung werden hier Verluste von mehr als 30 Prozent erwartet. Zusätzlich reifen etwa Buschbohnen, Grünerbsen und Edamame durch die hohen Temperaturen gleichzeitig ab. Das sorgt für Engpässe bei Ernte, Transport und Verarbeitung.

Bis zu 700 Euro Mehrkosten pro Hektar

Die Bewässerung selbst wird für die Bauern immer teurer. Wegen niedriger Wasserspiegel muss deutlich mehr Energie eingesetzt werden, um Wasser zu fördern. Dazu kommen zusätzliche Arbeitsstunden.

Je nach Kultur entstehen derzeit Mehrkosten von 300 bis 700 Euro pro Hektar. In manchen Betrieben ist der Wasserbedarf zwei- bis fünfmal so hoch wie normalerweise.

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger fordert deshalb rasche und unbürokratische Unterstützung bei den gestiegenen Bewässerungskosten. Gleichzeitig müsse langfristig in Wasserspeicher, Bewässerungsanlagen, Hagelschutznetze und widerstandsfähige Sorten investiert werden.

Auch der Handel wird in die Pflicht genommen. Er soll heimisches Obst und Gemüse zu fairen Bedingungen abnehmen und damit die regionale Produktion stärken.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.08.2026, 12:52