Bis 2030 soll flächendeckendes, gigabitfähiges Breitbandinternet in ganz Österreich verfügbar sein. Während der letzten Jahre wurde der Ausbau durch die sogenannten Breitband-Milliarden auch deutlich vorangetrieben. Das berichtet orf.at.
Nachdem die Bundesregierung die Fördermittel im Vorjahr deutlich gekürzt hat, gerät der Ausbau von Breitbandnetzen wie Glasfaser jedoch ins Stocken - für die Jahre 2027 bis 2029 wurden die Mittel auf Bundesebene von 275 auf 120 Millionen Euro reduziert.
Reinhard Baumgartner, Geschäftsführer der niederösterreichischen Landes-Infrastrukturgesellschaft nöGIG sieht das als "De-facto-Stopp der Förderungen" an. Das Ziel der flächendeckenden Versorgung mit Breitbandinternet bis 2030 könne man so nicht mehr erreichen.
Eines stört Baumgartner besonders: Die Bundesregierung würde 600 Millionen Euro an nicht verwendeten Fördermitteln zurückhalten. Das habe dazu geführt, dass der Ausbau teilweise sogar ganz gestoppt wurde.
Würden diese Mittel für den Breitbandausbau eingesetzt, könnte das Ziel einer österreichweiten Versorgung bis 2030 vielleicht noch erreicht werden. "Wenn nicht, dann nicht", zeigt sich Baumgartner frustriert.
Das bestätigt auch Franz Pichler, Gründer von Spusu. Angesichts der mangelnden Finanzierung sieht er den flächendeckenden Ausbau als völlig unrealistisch an - und fordert ein Umdenken bei den Förderungen: „Es ist wie bei der Photovoltaik. Da werden auch Haushalte bei der Errichtung unterstützt, was einen nach wie vor anhaltenden Boom ausgelöst hat. Dasselbe sollte man beim Breitband machen."
Demensprechend solle man laut Pichler nicht die Firmen fördern, die ausbauen, sondern die Haushalte direkt - "dann würde das Interesse sofort anspringen".
Derzeit ist das Interesse am schnellen Internet im ländlichen Raum besonders groß. Laut orf.at liegt das auch daran, dass viele städtische Haushalte bereits mit dem bestehenden Angebot zufrieden sind.