Inter-Verteidiger und Weltmeister Marco Materazzi gilt nicht als besonders politischer Kopf. Für Premierminister Silvio Berlusconi hat sich der 36-Jährige aber etwas einfallen lassen: Materazzi verhöhnte am Wochenende den Präsidenten des Stadtrivalen Milan und lief nach dem 2:0-Sieg mit einer Berlusconi-Maske aufs Feld.
Gestern wurde der Verteidiger dafür von der italienischen Liga verwarnt, der Verband leitete eine Untersuchung ein, Materazzi droht nun eine Strafe. Zuvor hatte es bereits heftige Kritik aus Regierungskreisen gegeben. "Er ist ein toller Spieler, doch er hätte sich die Maske sparen können. Er sollte sich bei Berlusconi entschuldigen", sagte Verteidigungsminister und Inter-Fan Ignazio La Russa.
Freundschaftliches Gespräch
Der 36-jährige Weltmeister hat sich aber bereits beim mächtigsten Mann im Staate entschuldigt. Das Gespräch sei sehr freundschaftlich verlaufen, so der Kicker, der als Autor ein Buch über die "Kopfstoßaffäre" gegen Zidane in einem Verlag Berlusconis veröffentlicht hat.