Hoher Besuch am dritten Tag der Formel-1-Testfahrten in Jerez. Dosen-Milliardär Dietrich Mateschitz stattete seinem Team einen Besuch ab und beobachtete Sebastian Vettels erste Kilometer im neuen Red-Bull-Boliden. Die Bestzeit holte allerdings Nico Rosberg, an dessen Mercedes ein neuer Techniktrick entdeckt wurde.
Nachdem Mark Webber am Dienstag und Mittwoch hinter dem Steuer des RB8 seine Runden drehte, übernahm am Donnerstag der Weltmeister. Unter dem wachsamen Auge von "Ober-Bulle" Mateschitz fuhr Vettel 96 problemfreie Runden und sicherte sich die drittbeste Zeit des Tages.
"Es ist nun bereits zwei Monate her, dass ich im Auto saß. Deshalb dauert es ein paar Runden, bis man wieder in den Rhythmus kommt. Doch das Auto fühlt sich gut und wie erwartet an", gab Vettel zu Protokoll und fügte hinzu: "Durch die Regeländerungen gibt es einen Verlust an Haftung, doch daran gewöhnt man sich schnell und entdeckt, wie sich das neue Auto verhält."
Weiterhin überraschend schnell unterwegs ist das ehemalige Renault-Werksteam, das nun heißt. Am Donnerstag löste Romain Grosjean Teamkollegen Kimi Räikkönen hinter dem Steuer ab und fuhr auf Anhieb tolle Zeiten. Am Ende des Tages durfte sich der Franzose über die zweitschnellste Runde freuen.
"Silberpfeile" mit speziellem Frontflügel
Mercedes schickte diesmal Nico Rosberg auf die Strecke, er dankte es mit der Bestzeit. Die Deutschen sind aber weiterhin mit dem Vorjahresauto unterwegs, doch die Boxenspione wollen bereits ein neues System am "Silberpfeil" entdeckt haben. Der sogenannte F-Schacht-Frontflügel soll das Auto auf der Geraden bis zu 8 km/h schneller machen. Allerdings bleibt abzuwarten ob das System auch mit dem neuen Auto harmoniert.
Der neue Ferrari bockt hingegen noch gehörig. Fernando Alonso drehte nur 67 Runden, weil er von einem Hydraulikproblem gebremst wurde. Am Ende lag der Spanier mehr als eine Sekunde hinter Vettel.
Bestzeiten des dritten Testtages:
1. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:17,613 (118 Runden)
2. Romain Grosjean (SUI) Lotus-Renault +0,806 Sek. (117)
3. Sebastian Vettel (GER) Red Bull-Renault +1,684 (96)
4. Lewis Hamilton (GBR) McLaren-Mercedes +1,851 (80)
5. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso-Ferrari +2,121 (79)
6. Sergio Perez (MEX) Sauber-Ferrari +2,157 (48)
7. Fernando Alonso (ESP) Ferrari +2,799 (67)
8. Bruno Senna (BRA) Williams-Renault +3,680 (125)