Dietrich Mateschitz geht davon aus, dass Red Bull Racing auch in dieser Saison beide WM-Titel in der Formel 1 gewinnt. Außerdem verriet der Milliardär, wie er sich bei Sebastian Vettel bedanken will.
Sechs Rennen vor Saisonende hat Sebastian Vettel bereits 112 Punkte Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Fernando Alonso. Der Deutsche könnte somit bei vier Grand Prix ausscheiden und würde noch immer die WM anführen. Theoretisch kann Vettel bereits am Sonntag beim Rennen in Singapur den zweiten Titelgewinn en suite fixieren.
WM-Kampf für Mateschitz nicht ohne Risiko
Red Bull hat bereits alles für eine mögliche WM-Party nach Singapur transportiert. Auch "Bullen"-Boss Dietrich Mateschitz rechnet mit dem Titel. "Wir gehen davon aus, dass wir heuer einmal mehr beide Titel erreichen, wissen aber, dass wir dafür jeden einzelnen Bereich bis zuletzt weiterentwickeln und weiterführen müssen", sagte der 67-Jährige gegenüber der APA.
Ein langer WM-Kampf birgt aber auch Risiken, weil somit die Entwicklung des 2012er-Boliden zu kurz kommen könnte. "Das nächstjährige baut Auto auf dem Entwicklungsstand am Ende der Vorsaison auf und ist so gesehen auch dann enorm wichtig, wenn man rechnerisch schon Weltmeister wäre", weiß Mateschitz.
Lob für Vettel
Über Vettel schwärmt der Herrscher des Dosen-Imperiums in höchsten Tönen: "Ich halte Sebastian für einzigartig. Dass er zu Höchstleistungen fähig ist, wissen wir. Dass er diese mit einer derart langanhaltenden Kontinuität zustande bringt, war doch für viele überraschend." Beim Titelgewinn möchte ihm Mateschitz ein besonderes Geschenk machen: "Wie im Vorjahr sein Weltmeisterauto."
Mateschitz macht sich für Webber stark
Der Steirer setzte sich zuletzt für Mark Webbers Vertragsverlängerung ein, obwohl es vor allem im Vorjahr zu einem harten Fight unter den Teamkollegen kam. "Ich habe die beiden einmal im Spaß mit 'Jung-Siegfried' und 'Winnetou' verglichen. Mit beiden kann man den Wettkampf
gewinnen, wenn auch ihre Persönlichkeiten und Zugänge unterschiedlich sind. Wenn man dann auch noch beide im Team hat, kann das nur eine
Wunschpaarung sein."
Dass Webber oft vorgeworfen wird, nicht im Interesse des Teams zu handeln, lässt Mateschitz nicht stehen: "Der Teamkollege ist der erste und unmittelbarste Wettbewerber, den es zu schlagen gilt. Man kann also von Wettbewerb und Eigeninteressen eher sprechen als von Zusammenarbeit. So ist es auch bei Mark und Sebastian. Diese findet im Interesse des Teams fair statt, aber ohne dass sich die beiden etwas schenken."