Donnerstag, Straflandesgericht in Wien: Ex-Sportmanager Stefan Matschiner (35) legt im Doping-Prozess ein Teilgeständnis ab. Acht Sportler hat er mit illegalen Präparaten versorgt. Des Blutdopings bekennt er sich nicht schuldig. Sein Ex-Schützling Bernhard Kohl belastet ihn aber schwer. Die Verhandlung wurde auf 11. 10. vertagt.
Die Welt des Sports ist eine scheinheilige. Doping steht auf der Tagesordnung wie frühstücken. In der Welt des Leistungssports wird das akzeptiert und gedeckt bis hinauf in höchste Funktionärskreise. Stefan Matschiner, angeklagt nach Paragraf 22a des Antidopinggesetzes und Paragraf 84 des Arzneimittelgesetzes, sprach Klartext vor Richterin Marina Spreitzer-Kropiunik.
Sein Teilgeständnis: Er gab zu, acht Sportler mit EPO, Testosteron und Wachstumshormonen versorgt zu haben. Konkret: die Ex-Radprofis Bernhard Kohl und Markus Zberg (Sz) sowie die Triathletin Lisa Hütthaler. Die Namen von fünf noch aktiven Sportlern nannte er nicht.
Des Blutdopings bekannte sich Matschiner nicht schuldig. In Österreich habe er das nur betrieben, als es noch nicht strafrechtlich relevant war. Was sein Ex-Schützling Bernie Kohl bestreitet. Am 24. September 2008 hat er verbotene Blutabnahmen an mir in Linz durchgeführt.
Der Prozess wurde auf den 11.10. vertagt, um weitere Zeugen einzuvernehmen. Im Falle des Schuldspruchs drohen Matschiner, für den die Unschuldsvermutung gilt, drei Jahre Haft.