MedAustron ist eines der international führenden Krebsbehandlungs- und Forschungszentren und auf die Ionentherapie spezialisiert. Jährlich werden derzeit rund 550 Krebspatientinnen und Krebspatienten behandelt, rund 20 Prozent davon sind Kinder.
Mit dieser hochinnovativen Therapieform eröffnet es neue Chancen für Betroffene. MedAustron-Vorstandsvorsitzender Klaus Schneeberger, er ist auch Bürgermeister von Wr. Neustadt, betont: "Während andernorts über Zuständigkeiten diskutiert wird, handeln wir: MedAustron ist seit zehn Jahren eine nationale Einrichtung für alle Patientinnen und Patienten. Fast jeder vierte kommt aus Wien – und wir behandeln ohne Einschränkungen. Niederösterreich finanziert den Betrieb und trägt das volle wirtschaftliche Risiko. Denn für uns gilt: Gesundheit ist keine Frage der Postleitzahl."
Im Schlagabtausch um die Debatte von Gastpatienten meldet sich also auch die gewichtige Stimme von Klaus Schneeberger zu Wort.
Die VPNÖ fordert weiter, dass Wien seine "Blockade-Politik" gegen Patienten aus Niederösterreich aufgeben soll. Das Gegenteil ist aber der Fall. Wien zieht die Zügel weiter an, will die Quote von Gastpatienten drücken. Im Orthopädischen Spital Speising etwa sank der Gastpatienten-Anteil in nur einem Jahr bereits von 40,5 Prozent (2024) auf knapp 27 Prozent (2025), wie ein Sprecher dem "Standard" mitteilte.
Das Ziel der Stadt Wien: Die Zahlen weiter nach unten zu drücken, sogenannte "planbare Operationen" für Niederösterreicher oder Burgenländer sollen nach hinten verschoben oder am besten gleich ganz abgesagt werden. Die Spitäler sind unter Zugzwang, sonst droht die Reduzierung von Fördergeldern.
"Der überforderte Gesundheitsstadtrat Hacker führt seine engstirnige Blockadepolitik munter fort und streicht Wiener Spitälern jetzt weitere Zahlungen, wenn sie niederösterreichische Landsleute behandeln. In Niederösterreich machen wir keinen Unterschied zwischen Patientinnen und Patienten aus ganz Österreich. Ein Beispiel dafür ist MedAustron in Wiener Neustadt, dessen Betrieb ausschließlich vom Land Niederösterreich finanziert wird. Wer Hilfe benötigt, bekommt sie dort auch – von diesem Credo sollte sich Herr Hacker eine Scheibe abschneiden und endlich zur Vernunft zurückkehren, so VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner.
Und weiter: "Egal, mit welchen Winkelzügen es der Herr Stadtrat probiert – schlussendlich bricht Wien weiterhin bestehende Verträge", so Zauner.
"In den vergangenen Wochen haben wir klargemacht, dass wir das herzlose Verhalten des Herrn Stadtrats aus Wien nicht länger tolerieren, sondern aktiv dagegenhalten. In zahlreichen Verteilaktionen im ganzen Bezirk haben wir aktiv den Schulterschluss mit allen Gastpatientinnen und Gastpatienten geschafft und uns für ihre Gleichbehandlung eingesetzt. Viele von ihnen pendeln täglich nach Wien und tragen wesentlich zum Wohlstand der Stadt bei. Wer sie trotz bestehender Verträge als Patienten zweiter Klasse behandelt und ausfällig als 'Schnorrer' abkanzelt, hat in dieser Debatte jedes Augenmaß verloren. Gesundheit kennt keine Landesgrenzen, Herr Hacker", so VPNÖ-Gesundheitssprecher und Landtagsabgeordneter Franz Dinhobl Richtung Wien.
Dem "Kurier" legte die Stadt Wien ihrerseits Zahlen vor: Hier seien es 2.300 Patientinnen und Patienten aus NÖ, die 2025 mit 25.000 onkologischen Behandlungen und Chemotherapien versorgt wurden. 5.500 Patienten aus NÖ seien mit 68.000 nuklearmedizinischen und strahlentherapeutischen Leistungen versorgt worden. Und 2.800 Patienten aus NÖ, die mit einer onkologischen Hauptdiagnose in Wien chirurgisch behandelt wurden. Der Schlagabtausch zwischen NÖ und Wien geht also weiter ...