"ApoApp" unterstützt

Engpässe bei Medikamenten – So ist die aktuelle Lage

Medikamenten-Engpässe bleiben auch in Niederösterreich ein Thema, sind aktuell aber weniger gravierend als während der Corona-Pandemie.
Niederösterreich Heute
21.02.2026, 05:00
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Fiebersenkende Mittel, Psychopharmaka, Antibiotika, Medikamente für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes: Diese Medikamente sind besonders von den Engpässen betroffen.

600 bis 800 Medikamente

Seit Jahren komme es immer wieder zu Engpässen bei Medikamenten, so Heinz Haberfeld, Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich, gegenüber "ORF NÖ". Für gewöhnlich sind davon 600 bis 800 verschiedene Präparate betroffen – unter anderem besonders fiebersenkende Mittel, Antibiotika und Psychopharmaka.

Aktuell sei die Lage in Niederösterreich aber nicht so schlimm wie während der Corona-Zeit, erkärt Haberfeld gegenüber "ORF NÖ".

Österreich ist anfällig

Die Gründe für die Engpässe sind vielfältig – "ORF NÖ" berichtete zuerst. Viele Arzneimittel kommen aus Indien oder China. Gibt es dort beispielsweise Probleme in den Fabriken oder bei der Lieferung, spürt man das auch bei uns in Österreich. Außerdem sind in vielen Medikamenten mehrere Stoffe enthalten. Fehlt nur einer davon, könne das schon einen Engpass zur Folge haben.

Ein weiteres Problem ist laut Haberfeld der Preis. Die sogenannten generischen Medikamente, also Nachahmepräparate, sind in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern der EU sehr günstig. Oftmals kosten sie weniger als die Rezeptgebühr. Daher würden die Firmen oftmals zuerst an größere Länder verkaufen, in denen die Preise höher sind.

Meistens findet man aber eine Lösung, wenn ein Medikament fehlt, so Haberfeld zu "ORF NÖ". Häufig kann man auf ein anderes Präparat einer anderen Firma ausweichen, zum Beispiel bei Schmerzmitteln.

Schwierig wird es, wenn jemand auf ganz bestimmte Medikamente angewiesen ist, zum Beispiel weil nur ein Hersteller vorhanden ist, erklärt Haberfeld zu "ORF NÖ". Das könnte bei Menschen mit Parkinson oder Epilepsie zutreffen. Im äußersten Fall kann es notwendig sein, die Therapie oder die Medikamente umzustellen. Prinzipiell sollten Großhandel und Apotheken im Fall eines Engpasses aber jedenfalls für ein paar Wochen lieferfähig bleiben, meint Haberfeld zu "ORF NÖ".

Neue App hilft

Haberfeld weise auch auf die neue "ApoApp" hin. Falls man ein bestimmtes Medikament braucht, könne man dort nachsehen, bei welcher Apotheke es lagernd ist und es dann per Telefon reservieren. Circa die Hälfte der 760 Apotheken in Niederösterreich würden ihre Lagerstände bereits in der App melden. Die Lagerbestände würden regelmäßig aktualisiert werden.

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