Am 30. Mai wird der Brennerkorridor stundenlang dichtgemacht – mitten an einem stark frequentierten Rückreise-Wochenende. Reisende müssen sich auf massive Einschränkungen einstellen und Tirol großräumig umfahren.
Hintergrund ist eine angemeldete Demonstration im Wipptal. Bereits im Dezember hatten die beiden Bürgermeister Karl Mühlsteiger aus Gries am Brenner und Walter Kiechl aus Ellbögen die Versammlung bei der Bezirkshauptmannschaft angezeigt – allerdings als Privatpersonen.
Während die Protestaktion vorbereitet wird, versucht das Land Tirol gegenzusteuern: Mit einer eigenen Informationskampagne, vor allem in den Nachbarländern, sollen Autofahrer frühzeitig gewarnt werden. Ziel ist es, einen Verkehrsinfarkt rund um den Brenner zu verhindern.
Die Auswirkungen werden dennoch erheblich sein. Am Samstag, dem 30. Mai, wird die A13 Brennerautobahn zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner von 11 bis 19 Uhr in beide Richtungen komplett gesperrt. Gleichzeitig sind auch die Brennerbundesstraße (B182) und die Ellbögener Straße (L38) für den Durchzugsverkehr nicht passierbar.
Damit ist der wichtigste Nord-Süd-Korridor an diesem Tag für den Transitverkehr de facto unbenutzbar. Reisenden wird geraten, Tirol weiträumig zu umfahren. Auch innerhalb des Bundeslandes sollte auf nicht unbedingt notwendige Fahrten verzichtet werden.
Um die Versorgung in der Region sicherzustellen, greifen Behörden, ASFINAG und Einsatzorganisationen auf ein strenges Verkehrsregime zurück. Während der Sperre dürfen nur Fahrzeuge unterwegs sein, die tatsächlich ein Ziel in der Region haben.
"Ziel- oder Quellverkehr liegt vor, wenn das Fahrtziel oder der Ausgangspunkt der Fahrt nachweislich im Wipptal, Gschnitztal, Navistal, Schmirntal oder Valsertal liegt. Also wenn man etwa im Wipptal wohnt oder in ein Hotel ins Gschnitztal fährt oder seine Großmutter im Navistal besucht oder eine Ware aus dem Schmirntal ausliefern muss", erklärt Bernhard Knapp, Vorstand der Abteilung Verkehrs- und Seilbahnrecht des Landes.
Zusätzlich gilt am selben Tag eine weitere Einschränkung: Bereits ab 9 Uhr tritt in ganz Tirol – inklusive Osttirol – ein Fahrverbot für Transit-Lkw über 7,5 Tonnen auf der Nord-Süd-Route in Kraft. Insgesamt ist damit den ganzen Tag über mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in Tirol zu rechnen.