Wohnen wird in Innsbruck zunehmend zur Belastung. Laut einer Erhebung der Tiroler Arbeiterkammer sind die Mieten am freien Wohnungsmarkt in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um 34 Prozent gestiegen.
Für die Analyse wurden im Vorjahr 677 Inserate ausgewertet. Das Ergebnis: Im Schnitt kostet ein Quadratmeter mittlerweile 21,13 Euro, und das noch ohne Heiz- und Betriebskosten. Das sind um 5,30 Euro mehr als noch 2021.
Besonders teuer ist es in Mentlberg-Sieglanger, gefolgt von der Innenstadt und der Hungerburg. Aber auch in beliebten Vierteln wie Hötting-West oder der Höttinger Au liegen die Preise inzwischen meist über 20 Euro pro Quadratmeter.
Etwas günstiger wohnen ist nur noch in Randlagen möglich, etwa in Vill, im Olympischen Dorf, in der Reichenau oder im Bereich Mühlau/Arzl.
Für Aufsehen sorgt ein extremes Beispiel: In Hötting-West wurde eine Wohnung mit 48 Euro pro Quadratmeter angeboten. Für eine 50-Quadratmeter-Wohnung wären das mehr als 2.400 Euro im Monat - ohne Betriebskosten.
AK-Präsident Erwin Zangerl zeigt sich alarmiert: "Wie sollen sich Studierende und Arbeitnehmerfamilien solche Mieten noch leisten können? Die Zeit drängt. Es braucht jetzt Lösungen unabhängig jeglicher Parteipolitik".
Er verweist auch auf die vergleichsweise niedrigen Löhne in Tirol und den hohen Teilzeitanteil, vor allem bei Frauen. Schon jetzt kostet eine 60-Quadratmeter-Wohnung im Schnitt fast 1.300 Euro monatlich - ebenfalls ohne Betriebskosten.