Der Gedanke an Würmer im Fisch ist alles andere als appetitlich. Doch Forscher haben nun herausgefunden, dass die steigende Zahl von Parasiten in Lachsen ein positives Signal ist.
Ein Team um Natalie Mastick von der University of Washington in Seattle analysierte Dosenlachs aus den Jahren 1979 bis 2019. Dabei entdeckten sie einen deutlichen Anstieg der Anisakis-Nematoden – etwa einen Zentimeter lange Würmer, die sich im Muskelfleisch der Fische einnisten.
Wie CHIP unter Berufung auf Spektrum berichtet, hängt der Anstieg der Parasiten mit der Erholung der Meeressäuger-Populationen zusammen. Seehunde und Wale sind die Hauptwirte dieser Würmer – in ihrem Darm vermehren sich die Parasiten und geben die nächste Generation ins Wasser ab.
Die Wissenschafter sehen in den Ergebnissen einen Beleg dafür, dass sich die Ökosysteme der Meere erholen. Seit 1972 stehen Meeressäugetiere in den USA unter gesetzlichem Schutz. Die Zunahme der Wale und Robben führt nun auch zu mehr Parasiten in den Fischen.
Für Konsumenten besteht allerdings kein Grund zur Sorge. Wild gefangener Lachs wird in Europa 24 Stunden tiefgefroren, um die Larven im Fleisch abzutöten. Auch durch Kochen oder Braten werden die Würmer unschädlich gemacht.
Die Studie, die in der Fachzeitschrift "Ecology and Evolution" veröffentlicht wurde, zeigt einen ungewöhnlichen Forschungsansatz: Die Forscher nutzten ein Archiv von Dosenlachs einer Industrievereinigung in Seattle zur Qualitätssicherung.
Insgesamt vier Lachsarten wurden untersucht. Bei Buckellachs und Hundslachs stieg die Parasitenzahl im Laufe der Zeit an. Bei Silberlachs und Rotlachs blieb sie hingegen konstant – möglicherweise aufgrund anderer Nahrungsquellen dieser Arten.