In Japan gibt es immer mehr tödliche Angriffe von Bären auf Menschen. Heuer ist die Zahl der Todesopfer auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Allein in den vergangenen Monaten sind bereits sieben Menschen durch Bären ums Leben gekommen, wie ein Sprecher vom japanischen Umweltministerium zur Nachrichtenagentur AFP sagte. Das ist "die höchste Opferzahl seit 2006, als die Statistik eingeführt wurde". Bisher lag der Höchststand bei fünf Todesopfern im Steuerjahr 2023/24.
Erst vor kurzem wurde bestätigt, dass ein rund 70-jähriger Mann, dessen Leiche vorige Woche in einem Wald in der nördlichen Präfektur Iwate gefunden wurde, von einem Bären getötet worden ist. Seit Beginn des aktuellen Steuerjahres wurden insgesamt 108 Menschen von Bären verletzt – die Todesopfer schon eingerechnet. Im gesamten Steuerjahr 2023/24 waren es 85 Verletzte, im Jahr davor sogar 219 Fälle.
Seit einigen Jahren werden in Japan immer mehr wilde Bären gesichtet, teilweise sogar in Wohngegenden. Gründe dafür sind unter anderem der Klimawandel und die sinkende Bevölkerung in ländlichen Regionen.
Letzte Woche hat sich ein 1,40 Meter großer Bär in einen Supermarkt in Gunma, in der Nähe von Tokio, verirrt. Er ist zwischen den Regalen herumgelaufen und hat 30 bis 40 Kunden, die gerade einkaufen waren, in Angst und Schrecken versetzt. Laut den örtlichen Behörden hat das Tier zwei ältere Männer leicht verletzt.
Der Supermarkt, der in der Nähe einer Bergregion liegt, hatte bis jetzt noch nie Probleme mit Bären, wie Hiroshi Horikawa, ein Vertreter vom Management der Supermarktkette, erklärte. Der Bär war etwa vier Minuten im Geschäft. "Er kletterte fast auf die Fischtheke und beschädigte die Scheibe. In der Obst- und Gemüseabteilung warf er einen Haufen Avocados um und zertrampelte sie", schilderte Horikawa.
Der Supermarktbetreiber sagte, der Bär habe verzweifelt nach einem Ausgang gesucht. Am selben Tag wurde in der Präfektur Iwate ein Bauer direkt vor seinem Haus von einer Bärin angegriffen und gebissen, die dort mit ihrem Jungen unterwegs war. Anfang Oktober wurde ein spanischer Tourist bei einer Bushaltestelle im als Unesco-Welterbe bekannten Dorf Shirakawa-go von einem Bären attackiert.
Auf Japans nördlicher Hauptinsel Hokkaido leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär, auch Kragenbär genannt, und der größere Braunbär. Jedes Jahr werden dort tausende Bären abgeschossen.