Großer Verlierer Williams, großer Gewinner Mercedes - so lautet das Kurzfazit zum Grand Prix von Großbritannien in Silverstone. Keine Überraschung, doch nach dem Start hat es noch andersrum ausgeschaut. Eine kluge Strategie und Regen spielten ebenfalls eine Rolle.
Großer Verlierer Williams, großer Gewinner Mercedes - so lautet das Kurzfazit zum in Silverstone. Keine Überraschung, doch nach dem Start hat es noch andersrum ausgeschaut. Eine kluge Strategie und Regen spielten ebenfalls eine Rolle.
Platz vier und fünf für Felipe Massa bzw. Valtteri Bottas klingt nicht überraschend. Doch die beiden Williams-Piloten sind eigentlich die Sieger der Herzen. Weil Mercedes in der ersten Reihe den Start verpatzte konnte Massa in Führung gehen. "Das war ein fantastischer Start", grinste der Brasilianer. "Möglicherweise bin ich der Fahrer, der in den vergangenen Jahren am meisten Leute am Start überholt hat. Ich hatte das im Hinterkopf, dass wenn alles gut läuft, ich diese Jungs überholen könnte, so habe ich es gemacht." Mercedes Motorsportchef Toto Wolff erklärte den Stotterstart so: "Williams hatte im zweiten Gang einfach mehr Grip und sie sind uns wie Raketen davongezogen."
Bottas eroberte nur wenige Runden später Platz zwei. "Das hat das Rennen unheimlich spannend gemacht", meinte Hamilton. Er zog seinen Boxenstopp auf die 19. Runde vor, konnte auf den frischen Reifen und ohne voranfahrenden Boliden dann die Zeit gutmachen, um nach dem Reifenwechsel des Williams-Duos die Führung zu übernehmen. Danach aber wurde es dunkel über Silverstone, ein Gewitter näherte sich und in Runde 35 setzte der erste Regenguss ein. Die Top-Piloten zögerten auf Intermediates zu wechseln, aber Hamilton hatte den richtigen Riecher. Kurz bevor der Regen so stark wurde, dass das Fahren mit Slicks unmöglich wurde, ging er an die Box.
Hamilton: "Eine der besten Entscheidungen meiner Karriere"
"Der Boxenstopp war perfektes Timing, ich würde fast sagen eine der besten Entscheidungen meiner Karriere", strahlte Hamilton. Weil er eine Runde früher als der Rest wechselte, waren seine Verfolger geschlagen - der 38. Karrieresieg in trockenen Tüchern. "Ich habe in jeder Kurve die tollen Fans gesehen und bis zur letzten Runde gehofft, dass ich ihnen einen Heimsieg schenken kann", freute sich der Lokalmatador. "Es waren eine Menge Emotionen heute dabei. Wir haben uns mit einer fehlerfreien Strategie zurück ins Rennen gekämpft", lobte Wolff seine Piloten, denn Rosberg konnte auf Slicks im Regen beide Williams überholen .
Einer, der ebenfalls ein Naserl für das Wetter hatte, war Sebastian Vettel, der in derselben Runde wie Hamilton an die Box ging, um die Intermediates zu holen. "Ohne Regen wären wir nie auf das Podium gekommen. Da hat unsere Box genau das richtige Timing erwischt", weiß der vierfache Weltmeister. Bei Williams trauert man hingegen dem verpassten Podium hinterher. "Leider hat uns die eine Runde auf der nassen Strecke zu viel Zeit gekostet. Wir dachten, dass es zu früh ist, aber genau als Lewis hereinkam hat es stark zu regnen begonnen", erklärte Williams-Testfahrerin Susie Wolff.