Es war ein unrühmlicher Abschied der Klub-Ikone von seinem Herzensverein: Xavi, der ehemalige Spieler und zuletzt Trainer, kündigte 2024 seinen Rücktritt für den Sommer an, ruderte dann auf Drängen des Klubs aber zurück – nur, um dann doch noch von Präsident Joan Laporta rausgeschmissen zu werden. In einer Abrechnung bezichtigt er nun den Barca-Boss der Lüge, deckt Missstände auf und erklärt, wieso Laporta eine Messi-Rückkehr verhinderte.
"Nach meinem Weggang habe ich mich aus Respekt vor Barça dazu entschieden, keine Stellungnahmen abzugeben", stellte der ehemlaige Mittelfeldspieler zunächst klar. Dies hat sich allerdings geändert – der Katalane macht reinen Tisch, und wie.
Vor allem beim Thema Lionel Messi erhebt Xavi brisante Vorwürfe. Der Weltmeister soll Anfang 2023 nach seinem PSG-Abschied kurz vor einer Rückkehr nach Barcelona gestanden haben. "Auch da lügt der Präsident. Leo war praktisch verpflichtet. Im Januar 2023, nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft, haben wir wieder miteinander gesprochen, und er sagte mir, dass er Lust auf eine Rückkehr hätte."
Doch dann platzte der Deal überraschend. "Am Ende war es der Präsident, der alles wieder über den Haufen warf." Er schilderte ein heikles Gespräch mit dem Barca-Boss. "Laporta sagte mir klipp und klar, dass er Leo den Krieg erklären würde, sollte er zurückkommen, und dass er das nicht zulassen könne." Das Ende der Gespräche war damit besiegelt, Messi ging nicht mehr ans Telefon. Sein Vater Jorge verwies nur noch auf die Aussagen von Laporta: "Sprich mit dem Präsidenten."
Außerdem erhebt Xavi im Zuge seines Rauswurfs schwere Vorwürfe gegen die Vereinsführung: "Sie (Klub-Führung; d. Red.) starteten eine Medienkampagne gegen mich". So wurde den Starspielern Pedri, Raphinha, Sergi Roberto und Ronald Araujo erzählt, der Trainer wolle sie verkaufen – obwohl das gar nicht stimmte. Sein bitteres Resümee: "So läuft das eben bei Barca." Er fühlte sich im Stich gelassen, genau das sei die "größte Enttäuschung" gewesen.