Moskau hat die Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro in Russland unter staatliche Verwaltung gestellt. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Präsidialdekret hervor. Gründe für den Schritt nannte der Kreml nicht.
Metro war nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Land geblieben – anders als viele westliche Unternehmen. Man tue dies aus Rücksicht auf Mitarbeiter und Kunden, hatte der Konzern immer wieder erklärt.
"Obwohl das Eigentum an Metro Russland formal bei der Metro AG bleibt, ist Folge der Entscheidung, dass die Metro AG keine operative Kontrolle mehr über Metro Russland hat", heißt es auf n-tv.de. Rund 9000 Menschen arbeiten für Metro in Russland.
Der russische Markt ist für Metro bedeutend: Mit 2,14 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten des Jahres steht er für fast 8,7 Prozent des Gesamtumsatzes. Russland ist zudem das dynamischste Segment mit einem Umsatzanstieg von mehr als zehn Prozent.
Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter Spannungen zwischen Moskau und Berlin. Deutschland wirft Russland einen versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle vor und hat als Reaktion die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn angeordnet.
Bereits Anfang September hatte Russland die Kontrolle über die russischen Vermögenswerte von Nestlé und Auchan übernommen. Zur Begründung hieß es, feindselige Handlungen "unfreundlicher" Staaten hätten bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt.