Bombe im Geschenkkorb

Drei Tote bei Anschlag auf russischen General in Moskau

Was zunächst als Gasexplosion in einem Moskauer Nobelrestaurant galt, war offenbar ein Bombenanschlag auf den Kommandanten der russischen Luftwaffe.
Nick Wolfinger
02.08.2026, 11:24
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Bei einer Explosion in einem Restaurant in der russischen Hauptstadt Moskau sind am Samstagabend drei Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden. Das teilte das russische Antiterror-Komitee (NAK) laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit. Auch das russische Innenministerium bestätigte die Opferzahlen.

Bombe in Geschenkkorb

Den Behörden zufolge explodierte ein selbstgebauter Sprengsatz in dem italienischen Restaurant Balzi Rossi am Kudrinskaja-Platz. Nach Angaben des NAK wollte eine Frau das Restaurant mit einem Paket betreten, ehe sie von einem Sicherheitsmann aufgehalten wurde.

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Die russische Zeitung Kommersant berichtet, dass es sich dabei um einen Geschenkkorb gehandelt haben soll. Als der Wachmann den Korb kontrollieren wollte, kam es zur Explosion. Die Detonation ereignete sich gegen 20.10 Uhr Ortszeit. Die Frau, ein Wachmann sowie ein Gast des Lokals kamen dabei ums Leben.

Gasexplosion rasch ausgeschlossen

Erste Spekulationen über eine Gasexplosion wurden inzwischen verworfen. Der Telegram-Kanal Astra berichtete unter Berufung auf Restaurantchef Carmine Alfieri sowie Anrainer, dass die Küchengeräte unbeschädigt seien und das Gebäude gar nicht über eine Gasversorgung verfüge. Das stützt die Darstellung der Behörden, wonach ein Sprengsatz detonierte.

Laut dem russischen Antiterror-Komitee war der selbstgebaute Sprengsatz in dem Geschenkkorb versteckt. Außerdem soll er mit tausenden kleinen Metallkügelchen gefüllt gewesen sein, um bei der Explosion möglichst viele Menschen zu verletzen oder zu töten.

Russische Medien berichten zudem, die Frau könnte als Kurierin den Geschenkkorb zu einer privaten Veranstaltung gebracht haben und womöglich nichts von dessen Inhalt gewusst haben. Auch die Vermutung, dass der Sprengsatz ferngesteuert gezündet wurde, stammt aus russischen Medienberichten. Für beide Angaben gibt es bislang keine offizielle Bestätigung.

Anschlag galt wohl General Chaiko

Für Spekulationen sorgt auch die Veranstaltung im Restaurant. Das Balzi Rossi war nach Angaben des Lokals wegen eines privaten Banketts für die Öffentlichkeit geschlossen. Der Telegram-Kanal Astra berichtet, dort habe eine Geburtstagsfeier für einen russischen General stattgefunden. Als Hinweis werden zahlreiche Fahrzeuge mit Militärkennzeichen genannt, die vor dem Lokal geparkt gewesen sein sollen.

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet unter Berufung auf exilrussische Medien und russische Militärblogger, dass im Restaurant der 55. Geburtstag von Generaloberst Alexander Chaiko gefeiert worden sein soll. Demnach sei das Lokal mit Spruchbändern mit der Aufschrift "Alexander 55" dekoriert gewesen. Zu den Gästen sollen Vertreter der russischen Streitkräfte, der Geheimdienste sowie weitere hochrangige Funktionäre gehört haben. Chaiko wurde erst vor wenigen Monaten zum Kommandanten der russischen Luftstreitkräfte ernannt.

Laut denselben Berichten blieb Chaiko bei der Explosion unverletzt. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang ebenso wenig wie für die Vermutung, dass der General tatsächlich anwesend war oder das eigentliche Ziel des Anschlags gewesen sein könnte.

Serie von Anschlägen auf Militärs

Russland war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Anschlägen auf hochrangige Militärs und prominente Unterstützer des Krieges gegen die Ukraine. Zuletzt wurden mehrere russische Offiziere bei Bombenanschlägen getötet. Moskau machte dafür wiederholt die Ukraine verantwortlich. Kiew äußerte sich zu der Explosion in Moskau zunächst nicht.

{title && {title} } NW, {title && {title} } 02.08.2026, 11:24